Großer Andrang bei Selbsthilfekurs

von Redaktion

Katastrophen-Hilfswerk schult 180 Teilnehmer in Lampferding

Lampferding – Eine Rekordbeteiligung gab es beim ersten Selbsthilfekurs in diesem Jahr des Medizinischen Katastrophen-Hilfswerks Deutschland (MHW) in Lampferding. 180 Teilnehmer aus fast ganz Deutschland wollten die Gelegenheit nutzen, kostenlos praxisnahes Wissen und Handlungsempfehlungen für den Ernstfall zu erfahren.

Bestes Frühlingswetter herrschte, als Präsident Robert Schmitt die Teilnehmer begrüßte. Er verwies darauf, dass das MHW diese Kurse bereits seit fast 20 Jahren ausrichte und die Notwendigkeit, sich auf einen Ernstfall vorzubereiten, noch nie so groß war wie jetzt. „Der Ernstfall ist so nah wie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht“, fügte Schmitt an. Nach seinen Worten helfen oftmals bereits wenige einfache Maßnahmen, um sich selbst und anderen im Ernstfall wirksam helfen zu können.

Praktische Übungen
für realistische Szenarien

Dabei appellierte er auch an das Zusammenstehen der Gemeinschaft. „Jeder soll sich in einer ruhigen Stunde Gedanken machen, wie er sich bei Strom- oder Wasserausfällen verhalten würde“, sagte Schmitt.

Unter Anleitung pädagogisch geschulter Einsatzkräfte lernten die Teilnehmer in dem Selbsthilfekurs das richtige und verantwortungsvolle Verhalten im Katastrophenfall. Um Panik und Angst vorzubeugen, sah der ganztägige Kurs verschiedene realistische Szenarien vor, wie beispielsweise einen flächendeckenden Stromausfall, einen Brand oder einen medizinischen Notfall.

Die Teilnehmer setzten sich mit den jeweiligen Situationen auseinander und trainierten wirkungsvolle Verhaltensregeln sowie geeignete Vorbeugemaßnahmen. Die Aktionen waren dabei auf sieben Stationen aufgeteilt, jede dauerte rund 45 Minuten. Besonders interessant waren dabei das Löschen von Bränden, die Behelfswassergewinnung und das Kochen ohne Strom.

Hohe Nachfrage und
politische Anerkennung

Die Kurse haben mittlerweile auch eine hohe politische Sichtbarkeit: Landrat Otto Lederer und Regierungspräsident Dr. Konrad Schober sowie Susan Schäuble vom neu gegründeten Landesamt Bevölkerungsschutz schauten vorbei und betonten die Notwendigkeit einer Krisenvorsorge. Auch Matthias Fischer (Pressestelle) verwies auf die aktuellen Gefährdungen der Infrastruktur und konkrete Blackout-Ereignisse, wie zuletzt in Berlin oder vor unserer Haustür im Chiemgau mit den Stromausfällen. „Schon wenige gezielte Eingriffe können großflächige Folgen haben“, erklärte er.

Deshalb wollen die MHW-ler ihr Angebot ausweiten, zumal die Nachfrage hoch ist. Allein diesmal hatte Fischer an die 600 Leute auf der Warteliste. „Wichtig bleibt, die mediale und politische Aufmerksamkeit zu nutzen, um eine bürokratiearme Umsetzung weiterer Kurse zu erreichen.“

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