Bad Aibling – Im März dieses Jahres fiel ein Großteil des ehemaligen Donbeck-Anwesens an der Ecke Sedan-/Karolinenstraße im Herzen der Stadt der Spitzhacke zum Opfer. Die Familie Schnellbach, die in der Kurstadt eine Firma für Landschaftsgärtnerei betreibt, hat das Haus vor rund fünf Jahren gekauft und will es einer neuen Nutzung zuführen. Das Donbeck-Haus wird künftig einen Hauch von Nostalgie versprühen, denn es wird Taschen statt Milch verkaufen, wobei der Steinboden und die traditionelle Nische erhalten bleiben.
Bauarbeiten liegen
voll im Zeitplan
Der Neubau des Anwesens hat mittlerweile Konturen angenommen. „Der Rohbau steht“, beschreiben Markus Schnellbach und seine Frau Susanne den Stand der Dinge. „Die Fertigstellung hatten wir für Mitte Mai ins Auge gefasst. Wir sind genau im Zeitplan“, freut sich das Ehepaar über den bisher reibungslosen Verlauf der Baumaßnahme.
Markus Schnellbach hofft darauf, dass im Spätsommer das Gerüst abgebaut und mit dem Innenausbau begonnen werden kann.
Wenngleich das Erdgeschoss als Verkaufsraum erhalten bleibt, hat der Milchladen in dem Gebäude endgültig ausgedient, in dem die Familie Donbeck als Vorbesitzer des Anwesens jahrzehntelang Milchprodukte und Käse verkaufte. Auch die Aufschrift „Milchladen“ an der Fassade verschwindet. Was die Nachfolgenutzung des Erdgeschosses betrifft, herrscht im Grundsatz bereits Klarheit. Künftig sollen in dem Geschäft hochwertige alte Taschen verkauft werden.
Deren Restaurierung ist eine Leidenschaft von Susanne Schnellbach, die mit dem Einzug in die neuen Geschäftsräume gleichsam ihre Krönung erfährt. „Ich habe rund 300 Stück zu Hause“, erzählt die Hobby-Restauratorin, die hauptberuflich seit 35 Jahren bei der Justiz in München arbeitet.
Weil sie ihren Beruf auf keinen Fall aufgeben will, wird das Taschengeschäft künftig auch nicht an allen Wochentagen geöffnet haben. Angedacht ist deshalb eine Art Taschen-Ausstellung in der Ladenpassage, die neue Fenster erhält. „Am Freitag und Samstag könnte dann beispielsweise der Verkauf erfolgen“, so die aktuelle Planung von Susanne Schnellbach. Mit der Eröffnung des Ladens rechnet sie bis Mitte nächsten Jahres.
Historische Elemente
werden bewahrt
Trotz der Nutzungsänderung wird das Geschäft weiterhin einen Hauch von Nostalgie versprühen. Erhalten bleibt auf jeden Fall der Steinboden. Ebenso die Nische in der Wand, in der sich einst die Zapfhähne für Milch und Buttermilch befanden. „Die war für das frühere Geschäft charakteristisch. Ich bin ein Fan davon, solche Sachen zu erhalten“, sagt Susanne Schnellbach.
Deshalb baue man das Verschlussfenster der Luke während der Innenrenovierung des Hauses vorübergehend aus und später wieder ein. Welche Funktion sie künftig genau erfüllen solle, darüber herrsche noch keine Klarheit. „Da haben wir ja noch ein bisschen Zeit, die Handwerker haben noch genügend zu tun“, sagt Susanne Schnellbach.
Ihr Ehemann ist froh darüber, dass er ausschließlich mit einheimischen Firmen zusammenarbeiten kann. Da er handwerklich begabt sei, werde er beim Innenausbau auch selber kräftig mit anpacken, so Schnellbach.
Wie sehr sich das Gesicht des Anwesens verändert, ist allerdings bereits deutlich erkennbar. Auf das Erdgeschoss wurden zwei Geschosse in Holzständer-Bauweise draufgesetzt. Auch eine Dachterrasse ist geplant. Zudem wird die Garage neu betoniert. Insgesamt wird das Gebäude künftig etwas höher sein als bisher. Für die genehmigte Aufstockung nennt Markus Schnellbach einen einfachen Grund. „Wir wollten das Dachgeschoss bewohnbar machen.“