Feldkirchen-Westerham – Mehr Parkmöglichkeiten sollen am Bahnhof Westerham entstehen. Das fordern nun die Grünen in Feldkirchen-Westerham und reichten einen Antrag bei der Gemeindeverwaltung ein. In der letzten Sitzung des mittlerweile nicht mehr amtierenden Gemeinderats wurde das Thema nun diskutiert. Für die Grünen muss sich etwas ändern, denn laut ihnen ist „am Bahnhof Westerham die Park- and Ride-Situation absolut unbefriedigend“. Auch dass es dort keine Bushaltestelle gibt, sei nicht optimal.
So würden am Bahnhof nur 15 offizielle Stellplätze für Pendler und Reisende zur Verfügung stehen. Das sei nicht genug. Ausweichmöglichkeiten gebe es auch nicht. „In den umliegenden Straßen sind wegen der Autos der Anwohner nur wenige freie Parkplätze zu finden“, heißt es im Antrag. Weiter steht darin: „Der Parkplatz am Haltepunkt Feldolling stellt für Berufspendler kaum eine Alternative dar, da er von der Bayerischen Regionalbahn (BRB) nicht im Halbstundentakt bedient wird.“ Der Mangel an Parkplätzen würde „schon seit Jahren“ bestehen. Jetzt müsse sich endlich etwas ändern.
Zwei Maßnahmen sollen
überprüft werden
Deshalb fordern die Grünen nun, dass die Verwaltung ermitteln soll, welche Grundstücke am Angerberg die Gemeinde erwerben kann, um dort eine Buswendeschleife und Park- and Ride-Parkplätze zu bauen. Die Deutsche Bahn plant für 2028 den Umbau des Bahnhofs. Geplant sind dabei Außenbahnsteige und eine Unterführung. „Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, auf dem freien Gelände am Angerberg einen Parkplatz und eine Buswendeschleife zu errichten“, heißt es im Antrag der Grünen.
Zudem soll die Verwaltung prüfen, „ob die Bahntochter DB Infra GO noch bereit ist, die Fläche in der Bahnhofstraße der Gemeinde zu überlassen“. Schon 2015 habe es bereits Bestrebungen gegeben, auf dem Geländestreifen zwischen der Bahnhofstraße und dem Bahngleis zusätzliche Parkplätze anzulegen. Damals seien 30 Stellplätze eingeplant gewesen. Doch es gab ein Problem.
„Die Deutsche Bahn als Eigentümerin dieses Areals war grundsätzlich bereit, die benötigte Fläche der Gemeinde zu überlassen, wies aber darauf hin, dass unmittelbar neben der Bahnhofstraße mehrere Kabel für Signale und Bahnübergang im Boden verliefen, die beim Überfahren durch parkende Fahrzeuge beschädigt werden könnten“, so die Grünen. Die Kabel hätten nahe der Bahngleise verlegt werden können, doch dafür wären Kosten von 25.000 Euro angefallen. Deshalb seien die Pläne damals nicht mehr weiterverfolgt worden.
In der Gemeinderatssitzung ergänzte Thomas Henties (Grüne) zu dem eingereichten Antrag noch, dass das Geld der Gemeinde „knapp ist“ und auch erst einmal abzuwarten sei, wie der Umbau des Bahnhofs von der Deutschen Bahn verläuft, doch das Thema sollte nicht in Vergessenheit geraten. „Dass wir auch im Kopf behalten, dass man einen neuen Buswendeplatz dort hinbekommt, der groß genug ist für die Busse, und den alten, freiwerdenden für weitere Parkmöglichkeiten nutzt“, so Henties. „Für mich ist es wichtig, dass der Bahnhof auch in Zukunft besser genutzt werden kann.“
Dass das Thema nicht in Vergessenheit geraten soll, wurde auch schon in der vergangenen Bürgerversammlung deutlich. Auch hier betonte ein Feldkirchen-Westerhamer: „Die Park- and Ride-Parkplätze sind viel zu wenig. Die Situation hat sich möglicherweise noch verschärft, dadurch, dass das Bayernticket für viele Pendler attraktiver geworden ist.“ Auf dem Gelände des stillgelegten Lagerhauses in der Nähe des Bahnhofs hatte man zeitweise die Möglichkeit, zu parken. Schon das habe deutlich gezeigt, wie groß der Bedarf an mehr Parkplätzen sei. Da das Thema schon seit Jahren bekannt sei und noch nichts voranging, stellte der Feldkirchen-Westerhamer den Antrag, dass das Thema „jetzt neu“ aufgegriffen wird.
Dem stimmte Bürgermeister Johannes Zistl in der Bürgerversammlung zwar zu, doch es gibt dabei ein großes Problem. „Uns gehört dort kein Grund. Und wo ich nichts habe, kann ich nichts planen“, erklärte der Rathauschef damals. Auch die Parkplätze auf dem einst leerstehenden Firmengelände gebe es nicht mehr, ebenso die sechs Querparkplätze entlang der Straße, die zum Firmengelände gehören und damit ebenfalls wegfallen. Mit dem Bahnhofsumbau 2027/28 habe man allerdings Hoffnung auf Verbesserung. Denn dann soll der Bahnhof von beiden Seiten zugänglich sein und Parkplätze müssten nicht unbedingt in der Bahnhofstraße entstehen, sondern könnten auch auf der anderen Seite, also von der Straße am Angerberg, gebaut werden.
Und wie ist nun der aktuelle Stand? Die Planung für den Umbau des Bahnhofs würde aktuell weiterlaufen. Allerdings sind darin nicht die beiden vorgeschlagenen Parkflächen berücksichtigt. Die Verwaltung teilte zudem mit, dass man versucht, „den Linienverkehr und den Schienenersatzverkehr an den Bahnhof zu verlagern“. Das sei eine „Premium-Lösung“. Denn der Bahnhof wäre ideal dafür, schließlich gebe es hier bereits die „notwendige Infrastruktur“ wie zum Beispiel genügend Fahrradständer.
Planungen für
den Umbau laufen
Doch um die Bushaltestelle an den Bahnhof zu verlagern, müsse dort genug Platz geschaffen werden, damit dort die aktuell verwendeten „Drei-Achs-Busse“ wenden können. Das sei aktuell noch nicht möglich. Eine größere Wendemöglichkeit direkt vor dem Bahnhof wäre aber eine Lösung. „Es wären hierzu aber noch einige Um- beziehungsweise Rückbaumaßnahmen erforderlich“, so die Verwaltung. „Durch eine solche Umgestaltung (nach dem Bahnhofsumbau) könnten auf der jetzigen Wendeplatte neue Parkflächen geschaffen werden.“
Auch im ISEK ist die Optimierung des ÖPNV ein großes Anliegen. Hier war die Überlegung, dass der Bahnhof Westerham zu einem Mobilitätspunkt wird. Mit der neuen Bushaltestelle direkt am Bahnhof wäre damit der erste Schritt getan. „Bezüglich der Schaffung von Stellplätzen im Bereich der Straße am Angerberg wäre mit den Grundstückseigentümern entsprechend zu verhandeln“, heißt es von der Verwaltung. „Inwieweit hier eine grundsätzliche Bereitschaft besteht, Stellplätze zu schaffen, kann aktuell nicht eingeschätzt werden.“ Der Gemeinderat beschloss einstimmig (20:0), dass die Verwaltung mit den Grundstückseigentümern ins Gespräch gehen und die Schaffung von Parkmöglichkeiten dort und in der Bahnhofstraße prüfen soll.