Litzldorf – Die Trachtler vom GTEV „D‘Sulzbergler“ Litzldorf blicken inzwischen auf 136 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Anton Brambeck leitete im Gründungsjahr den damals drittältesten „Gebirgstrachtenerhaltungsverein“ im Gauverband I. Männer aus Litzldorf, Derndorf, Kutterling, Altofing, Jenbach und Feilnbach sorgten für ein reges Vereinsleben zur Pflege und zum Erhalt der Volkstracht, wie die ehemalige Lehrerin Emmi Schmitter in ihrem Buch über Geschichte und Geschichten „Heimat an Sulzberg und Farrenpoint“ für die Nachwelt festhielt.
Ein Stück
Geschichte
Was allerdings in jenen Jahren fehlte, war eine Vereinsfahne, die mit ihrer Weihe am Sonntag, 27. Juni 1926 in Erscheinung trat. Dieses besondere Ereignis vor 100 Jahren wollen die aktuell 344 Mitglieder unter ihrem Vorsitzenden Thomas Kreithmayr vom 19. bis 28. Juni mit einer Festwoche gebührend feiern.
Es handelt sich um die erste Vereinszierde, die damals für 550 Mark erstanden wurde. Auf einer Seite zeigt sie den Ort Litzldorf mit Sulzberg und auf der anderen Seite Litzldorfs Schutz- und Kirchenpatron, den heiligen Michael. Barbara Paul wurde damals die Ehre als Fahnenbraut zuteil.
Fahnenmutter war Karoline Westermeier, die Ehefrau von Lorenz Westermeier, der von 1920 bis 1926 als Vorsitzender den Verein führte. Die Patenschaft für die Vereinsfahne übernahm in jenen Tagen der Trachtenverein GTEV „Immergrün“ Au bei Aibling, deren Verbundenheit bis heute besteht.
Stämmige Fähnriche trugen mit Stolz und Verantwortung die Trachtenvereinsfahne bei unzähligen Festen und Feiern, kirchlichen und weltlichen Anlässen als sichtbares Zeichen zur Tracht und Heimat den Mitgliedern voran. Der Zahn der Zeit nagte an der Vereinszierde und bedurfte 1960 einer ersten Reparatur, deren Abschluss im kleinen und dörflichen Rahmen mit einer Weihe im gleichen Jahr am Sonntag, 22. Mai, gefeiert wurde.
Mittlerweile bedurfte sie einer erneuten und umfassenden Restaurierung in der Fahnenstickerei Kössinger in Schierling. Im neuen und frischen Glanz bildet sie den Mittelpunkt der Feierlichkeiten, zu denen Vorstand und Festausschuss der Litzldorfer Trachtler zahlreiche Besucher aus der Bevölkerung, von befreundeten Vereinen sowie Gäste aus nah und fern im Zeichen von Tradition, Brauchtum und Gemeinschaft auf dem Festplatz in Litzldorf erwarten. Eine neue und somit zweite Fahne wurde nach der Weihe am 29. Juni 1980 beim Jubiläum zum 90-jährigen Vereinsbestehen ihrer Bestimmung übergeben.
Ein buntes Rahmenprogramm haben sich die Verantwortlichen von den „D‘Sulzbergler“ für sieben Tage Frohsinn und Heiterkeit am Treffpunkt Festplatz Litzldorf vorgenommen. Am Freitag, 19. Juni, beginnt das Fest ab 18 Uhr mit dem Bieranstich und anschließendem Wein- und Bierfest. Für Stimmung sorgt das „Onkel Bazi Orchester“.
Am Samstag, 20. Juni, findet um 18 Uhr ein Totengedenken statt, gefolgt ab 20 Uhr von einem Festabend mit Ehrungen und Auftritten der vereinseigenen Plattler- sowie heimischen Musik- und Gesangsgruppen. Für Stimmung sorgt die Trachtenkapelle Litzldorf.
Der Festsonntag, 21. Juni, startet um 6 Uhr mit einem Weckruf. Um 8 Uhr ist der Empfang der Vereine, darunter rund 2.000 Trachtler. Um 9 Uhr erfolgt die Aufstellung zum Kirchenzug und um 10 Uhr der Festgottesdienst in Derndorf. Ab 13 Uhr gibt es Ehrentänze. Schirmherrin ist Landtagspräsidentin Ilse Aigner.
Am Montag, 22. Juni, gibt es ab 18 Uhr ein Kesselfleischessen mit anschließendem „Seilziagn“ als athletische Attraktion. Eine Anmeldung ist erforderlich. Für Unterhaltung und Stimmung sorgt die Musikkapelle Großholzhausen.
Das Festprogramm
im Überblick
Am Mittwoch, 24. Juni, ist Einlass um 18 Uhr, anschließend folgt ein Kabarettabend mit Stefan Kröll und seinem Programm „GmiasHauptGang“.
Am Samstag, 27. Juni, findet von 9 bis 17 Uhr ein Gebietspreisplatteln sowie ein Trachten-, Handwerker- und Schmankerlmarkt statt.
Der Sonntag, 28. Juni, steht im Zeichen des oberbayerischen Böllerschützentreffens. Um 6 Uhr ist Weckruf, um 8 Uhr der Empfang der Vereine und um 9 Uhr die Aufstellung zum Kirchenzug. Um 10 Uhr beginnt der Festgottesdienst in Derndorf. Im Anschluss erfolgt die Aufstellung zum Platzschießen, abschließend folgt der Festzug.