Gelungene Transformationen der Landwirtschaft

von Redaktion

Lehrfahrt des vlf Holzkirchen nach Tschechien bringt interessante Eindrücke

Bad Aibling/Holzkirchen – Die traditionelle Frühjahrslehrfahrt des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung (vlf) Holzkirchen ging unter Leitung des ehemaligen Geschäftsführers Rolf Oehler nach Tschechien – unter anderem mit einem Besuch bei der Firma Horsch auf der Hinfahrt sowie Prag, Budweis und Krumau. Auch ein erfolgreicher Großbetrieb und zwei Direktvermarkter standen auf dem Programm.

Erste Station war der Heidelbeerhof Mulzer in Naabsiegenhofen bei Schwandorf. Rita und Peter Mulzer haben den 50 Hektar großen früheren Bullen- und Schweinemastbetrieb umgebaut zum reinen Ackerbaubetrieb mit 1,5 Hektar Sonderkulturen, vor allem Heidelbeeren. Die Heidelbeeren werden ausschließlich im eigenen Hofladen sowie am Bauernmarkt verkauft. Ein weiteres Standbein ist das Hofcafé, in dem die Ehemaligen ihr zweites Frühstück mit hofeigener Heidelbeermarmelade genießen konnten.

Bodenbearbeitung unter
härtesten Bedingungen

Im benachbarten Horschwerk am Siezenhof bekamen die Ehemaligen eine Führung durch die Produktionshallen. Beeindruckend waren Dimension und vor allem Qualität der Maschinen mit Schwerpunkt Saat- und Bodenbearbeitung. Kein Wunder, denn sie müssen auf den Großbetrieben in der ganzen Welt unter härtesten Bedingungen bestehen. Und das funktioniert trotz Krieg auch in der Ukraine und Russland. In Prag wurde neben einer Stadtführung und den Besuch der Prager Burg der Großbetrieb Agro Jesenice besucht. Die AG hat 400 Aktionäre, vor allem die Grundstücksbesitzer. Patrick Manhal stellte den Betrieb vor: 7.500 Hektar werden auf mehreren Standorten bewirtschaftet, 30 Millionen Kilogramm Milch im Jahr erzeugt, mit 750 Sauen und 4.600 Mastschweineplätzen werden insgesamt 21.000 Schlachtungen pro Jahr durchgeführt.

Weitere Schwerpunkte sind Biogaserzeugung mit eigener Erdgastankstelle, Tiefkühlgemüseverarbeitung von Zulieferbetrieben, Transport von Sand und Recyclingmaterial. Für ihre vorbildliche Landschaftspflege und vorbeugenden Erosionsschutz wurde die AG als bestes Unternehmen in Tschechien für den Bereich Umwelt und Landwirtschaft ausgezeichnet. Und dann wird auch noch intensive Öffentlichkeitsarbeit betrieben mit Führungen vor allem für Schulklassen.

Probleme machen der AG laut Milchviehverantwortlichem Jan Bernard nur die hohen Wasserkosten von 10.000 Euro pro Monat und der mit umgerechnet 54 Cent zu niedrige Milchpreis.

Gemüsewaschraum
wird zum Hofcafé

Auf der Rückfahrt vom wunderschönen mittelalterlichen Städtchen Krumau wurde in Wals bei Salzburg der Dödererhof von Agnes und Kasper Gerl besucht. Der frühere 15-Hektar- Milchvieh- und Gemüsebetrieb hat 2020 auf Vollerwerb umgestellt und die Direktvermarktung des Fleisches von 15 Angusrindern, Strohschweinen und Weideputen ausgebaut. Der ehemalige Gemüsewaschraum wurde zum Hofladen umgebaut und im Hofcafé bietet die vollengagierte Bäuerin auch gut nachgefragte Kochseminare an. Und wenn der Sohn seine Metzgerausbildung abgeschlossen hat, wird er die Fleischverarbeitung und Vermarktung ganz übernehmen.

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