Feldolling – Der Trauer Zeit geben und auch einen Raum oder einen Ort. Hinterbliebene von Verstorbenen wissen das zu schätzen. Die Besucher der Gräber in den Friedhöfen sind ein deutlicher Beweis dafür. Wie aber ergeht es Angehörigen von Menschen, die freiwillig aus dem Leben geschieden sind, Suizid begangen haben? Ihre Trauer ist oftmals noch größer, weil sie von Gedanken einer gewissen Mitschuld belastet werden können.
„Hätte ich anhand des Verhaltens, der Stimmung die Veränderung erkennen müssen? Habe ich mich nicht in die kritische Lage hineindenken können oder gar wollen?“ Solche Fragen plagen viele Hinterbliebene. Wer von einem solchen Trauerfall belastet ist oder zur inneren Ruhe kommen will, kann den „Baum der Erinnerung“ aufsuchen: In Feldolling, ab Mangfallbrücke einen halben Kilometer in Richtung Einlassbauwerk, wurde vor vier Jahren eine Linde gepflanzt. Initiator war der Journalist und Autor Mario Dieringer, Gründer des Vereins „Trees of Memorys“. Erst kürzlich trafen sich vor Ort neun Frauen und ein Mann zu einem stillen Gedenken an verstorbene Angehörige.
Irene Durukan, die Vorsitzende von „Mut & Courage“, sprach den Anwesenden Mut zu, das Geschehene nicht zu vergessen. „Es darf aber zu keiner ausweglosen Dauerbelastung werden“, sagte Durukan. Mit dabei war in Feldolling auch Barbara Noichl vom Hospizverein Rosenheim.me