Mann mit Prinzipien und Engagement

von Redaktion

Alois Lill ist im Alter von 91 Jahren plötzlich und unerwartet an den Folgen eines häuslichen Unfalls gestorben. Eine große Trauergemeinde nahm in Bad Aibling Abschied von dem langjährigen Mitglied der Kolpingsfamilie.

Bad Aibling – Eine große Trauergemeinde nahm auf dem Bad Aiblinger Friedhof Abschied von Alois Lill. Er ist im Alter von 91 Jahren plötzlich und unerwartet an den Folgen eines häuslichen Unfalls gestorben.

Beim Requiem in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zeichnete Pfarrer Philipp Kielbassa den Lebensweg des Verstorbenen nach. Alois Lill wurde 1935 in Merkelsgrün im Sudetenland geboren. Nach der Vertreibung seiner Familie aus der angestammten Heimat fand er 1946 in Bad Aibling ein neues Zuhause.

Die Familie
als Ankerpunkt

Nach dem Besuch der Volksschule und einer Zimmererlehre, der sich die erfolgreich abgelegte Meisterprüfung anschloss, arbeitete Lill zunächst in seinem Beruf. Er bildete sich an der Fachhochschule weiter und bestand 1963 die Ingenieurprüfung. 1968 trat er schließlich eine Stelle als Bauleiter beim Straßenbauamt Rosenheim an, wo er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 1995 blieb.

1999 zog er mit seiner Frau von Bad Aibling nach Rann in der Gemeinde Großkarolinenfeld. „Einen Ort von großer Freiheit, an dem die ganze Familie zusammenkommen und sich wohlfühlen konnte“, bezeichnete der Stadtpfarrer deren Altersdomizil.

Ein Sohn und zwei Töchter gingen aus der Ehe mit Rosina Eiraner hervor, die Lill 1967 schloss. Acht Enkelkinder und zwei Urenkel waren der ganze Stolz des Opas, der 2018 nach der Vertreibung aus der Heimat einen weiteren schweren Schicksalsschlag verkraften musste.

Nachdem sie ein Jahr zuvor goldene Hochzeit gefeiert hatten, verstarb seine Frau kurz nach ihrem 80. Geburtstag plötzlich.

Mit Alois Lill verliert die Bad Aiblinger Kolpingsfamilie ein Urgestein, der er rund 70 Jahre angehörte.

Pfarrer Philipp Kielbassa bezeichnete ihn in seiner Predigt als „Mann von enormer Disziplin“, der ausgesprochen sparsam und bescheiden gelebt habe. Sein Leben sei von schönen und schwierigen Zeitabschnitten geprägt gewesen. Er sei ein begeisterter Naturliebhaber und auch ein großer Marienverehrer gewesen.

In bewegenden Worten nahm Dr. Christian Lill, der Sohn des Verstorbenen, beim Trauergottesdienst Abschied von seinem Vater und schloss auch die verstorbene Mutter in seine Gedanken ein. Er dankte den Eltern ein letztes Mal für alles, was sie für die Familie getan und den Kindern mit auf den Lebensweg gegeben haben.

Bewegender
Abschied

Mit bekannten Marienliedern und dem Feierabendlied zum Abschluss wurde die kirchliche Feier musikalisch umrahmt. Ein langer Trauerzug, angeführt von einer Abordnung der Dreder Musi, geleitete Alois Lill schließlich auf dem Friedhof zu seiner letzten Ruhestätte.

Schweigend nahmen die Trauergäste an seinem Grab Abschied von ihm. Bernhard Dietrich senkte das Kolpingbanner zu einem letzten Gruß für ein verstorbenes Mitglied, das dem Verein über viele Jahrzehnte hinweg engstens verbunden war.

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