Feldkirchen-Westerham – Schon 2023 überlegte die Verwaltung der Gemeinde Feldkirchen-Westerham gemeinsam mit der Marktgemeinde Bruckmühl, einen Pumptrack zu errichten. Geplant war damals, die Mountainbikestrecke zwischen den Stauweihern in Vagen zu platzieren. Doch aufgrund der Lage und der Baustelle rund um das Auslassbauwerk wurde das Projekt nicht weiterverfolgt.
Ein neuer Standort wurde zügig gefunden. An der Mangfallbrücke von Feldolling, östlich der Kreisstraße RO 13, wäre ein geeigneter Platz für einen Pumptrack. Nachdem nun auch eine Machbarkeitsstudie durchgeführt worden war, diskutierte der mittlerweile nicht mehr amtierende Gemeinderat über das weitere Vorgehen. Denn ein Problem gab es noch zu klären.
Standort ist optimal
für solch ein Projekt
Das ausgewählte Grundstück liegt im Polderbereich und wurde in der Vergangenheit als Kieslagerplatz genutzt. Im Hochwasserfall wird es geflutet, weshalb sonstige Nutzungen ausscheiden. Doch der Platz sei bestens für einen Pumptrack geeignet. So gäbe es dort die Möglichkeit für einen Parkplatz, die bestehenden Dämme schirmen den Lärm von der Siedlung ab und die Anbindung zur RO 13 sei optimal. Auch wegen des Bahnhaltepunktes Feldolling und durch die vorhandenen Geh- und Radwege ist der Platz ohne Auto gut zu erreichen. „Gerade für Kinder und Jugendliche entsteht dadurch ein selbstständig nutzbares Freizeit- und Sportangebot, das klimafreundliche Mobilität unterstützt und die Teilhabe fördert“, erklärte Hermann Weber, der in der Verwaltung für die Gemeindeentwicklung zuständig ist.
Außerdem handelt es sich bei dem Projekt um ein gemeindeübergreifendes Angebot „mit hoher Reichweite und einem deutlichen Mehrwert für die gesamte Region“. Denn der Pumptrack soll weiterhin in Zusammenarbeit mit der Marktgemeinde Bruckmühl durchgeführt werden. Für die Sicherstellung, dass die Anlage nicht nur gebaut, sondern auch immer genutzt wird, ist auch eine Zusammenarbeit mit „projektbegleitenden Partnern“ geplant. Dazu zählen die Sportvereine Bruckmühl, der Radsportverein Götting und der TV Feldkirchen.
170.000 Euro als
finanzielle Unterstützung
Weiterhin erklärte Hermann Weber, dass das Projekt von Bürgermeister Johannes Zistl für die Fraktionsinitiative des Bayerischen Landtages vorgeschlagen wurde. „Eine finanzielle Unterstützung mit 170.000 Euro wurde bereits zugesagt“, so Weber. Zeitgleich werde auch noch eine Förderung über Leader geprüft. „Grundsätzlich besteht die Möglichkeit einer Förderung über Leader, zusätzlich zu den Geldern aus der Fraktionsinitiative. Höchstfördersatz insgesamt 90 Prozent“, sagte Weber.
Doch um diese Förderung zu bekommen, müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. So muss die Gemeinde Feldkirchen-Westerham „als Vorhabensträger“ zehn Prozent selbst bezahlen und zwei „nominelle“ Ziele benennen und in einer Projektbeschreibung darlegen. „Hier wären die sportliche und die gesellschaftliche Komponente zu nennen“, sagte Hermann Weber. Außerdem müsse eine Bürgerbeteiligung stattfinden und die Unterhaltsarbeiten müssen von den Vereinen übernommen werden.
Die Förderung war für Georg Glas (Freie Wähler Feldolling) ein wichtiger Punkt. Gäbe es diese nicht, könne man das Projekt wegen der „angespannten Haushaltslage“ derzeit nicht umsetzen. „Aber mit der Förderung müssen wir es fast schon machen“, sagte Glas. Aus seiner Sicht als Landwirt würde er sich aber wünschen, dass der Pumptrack nicht mitten in der Wiese steht, sondern so angeordnet wird, dass die Bewirtschaftung der übrigen Fläche möglichst einfach ist.
Pankraz Schaberl (SPD) war ebenfalls von dem Projekt begeistert. „Ich finde, das ist eine ganz tolle Sache, die eine Bereicherung für die Gemeinde sein kann“, sagte er. Das Gebiet, wo der Pumptrack entstehen soll, sei optimal. „Wir können da etwas Schönes entwickeln und damit das Interesse der Leute wecken“, so Schaberl.
„Können da etwas
Schönes entwickeln“
Elisabeth Steingraber (CSU) fragte, was an Folgekosten für die Gemeinde anfallen wird. „Ich finde das Ganze super, aber ich vermute, dass wir da auf alle Fälle am Montagvormittag einen Bauhof brauchen, der da zusammenräumt“, sagte Steingraber. Nach einem schönen Wochenende würde es dort bestimmt wie „Sau“ aussehen. Auch das Mähen müsse übernommen werden und „wahrscheinlich brauchen wir da auch mindestens zwei Toiletten davor“.
Hermann Weber stimmte dem zu und erklärte: „Es wird natürlich einiges an Arbeit auf uns zukommen. Aber wir versuchen, die Vereine miteinzubinden.“ Über das ehrenamtliche Engagement der Vereine könne man hoffentlich die Pflege des Platzes garantieren. Dem stimmte auch Anton Kammerloher zu. „Man sieht schon in einigen Bereichen, dass das Ehrenamt in den Vereinen funktioniert“, sagte er. „Und der TV Feldkirchen hat ein sehr hohes Engagement.“
Vinzenz Schaberl, Fraktionsvorsitzender der Parteifreien Freie Wähler Gesamtgemeinde Feldkirchen-Westerham, sah das Projekt etwas kritischer. Nicht nur die Kosten um mögliche Toiletten vor Ort, sondern der gesamte Pumptrack seien nicht gerade billig. „Derzeit müssen wir uns jeden einzelnen Euro anschauen und wir müssen uns generell alles genau anschauen“, sagte Schaberl. „Deshalb muss ich ganz ehrlich sagen, dass das wirklich sehr schwierig ist.“
Ehrenamtliche
Unterstützung ist wichtig
Denn wenn nicht genau klar ist, wie viel Förderung für das Projekt zusammenkommt, sollte vielleicht derzeit das Geld nicht für den Pumptrack ausgegeben werden. „Wir wissen noch nichts Weiteres, weshalb wir vielleicht nichts hier reinstecken sollten, wenn das Geld woanders wichtiger ist“, so der Fraktionsvorsitzende.
Hermann Weber klärte auf, dass derzeit keine Toiletten vor Ort geplant sind. Sei der Bedarf allerdings da, könne man das Ganze überprüfen und gegebenenfalls umsetzen. Weiter sagte er: „Ich habe mir im Vorfeld ein paar Pumptracks angeschaut und ich muss sagen, die werden gut besucht. Da ist immer etwas los.“
Der Gemeinderat beschloss daraufhin einstimmig (20:0), die Planungen auf Basis der zugesagten Mittel aus der Fraktionsinitiative voranzutreiben. Abzustimmen sind jetzt noch die Genehmigungsdetails mit dem Landratsamt Rosenheim, die Auflagen der Leader-Förderung sowie die gemeinsame Finanzierung mit dem Markt Bruckmühl. Die endgültige Entscheidung samt Aufstellungsbeschluss für die Bauleitplanung wird der Gemeinderat nach Vorliegen aller Fakten treffen.