Traditionsmetzger startet neu

von Redaktion

Nach kurzem Leerstand übernimmt Metzgermeister Sebastian Antretter zum 1. Juli die Metzgerei Hausberger in Bad Aibling. Er plant neue Angebote und wird dabei von seiner Familie und dem ehemaligen Inhaber Anton Hausberger unterstützt.

Bad Aibling – Nach nur rund zwei Jahren platzte im März dieses Jahres für Metzgermeister Kilian Berger der Traum vom eigenen Geschäft. Er hatte die Metzgerei Hausberger in Bad Aibling im März 2024 übernommen, nachdem Anton Hausberger den Betrieb im Herzen der Stadt aufgegeben hatte, der jahrzehntelang von seiner Familie geführt worden war.

Der Leerstand nach Hausbergers Betriebsaufgabe hatte sich zuvor hingezogen – diesmal ist er nur von kurzer Dauer. Zum 1. Juli pachtet Metzgermeister Sebastian Antretter (31) aus dem Leitzachtal das Ladengeschäft und möchte es zu alter Blüte führen. Er betreibt in der Gemeinde Fischbachau einen Vieh- und Fleischhandel samt Partyservice, der auch einen Festzeltbetrieb umfasst. Ein Ladengeschäft zu führen, ist für ihn eine Premiere, auf die er sich sehr freut.

Ein Familienbetrieb mit
traditionellem Namen

Die Metzgerei wird zumindest in der Anfangsphase fast ausschließlich von Antretters Familie geführt. Mit an Bord ist auch wieder Anton Hausberger, der als Angestellter mitarbeitet.

Antretter plant einen „vorsichtigen Beginn“ und möchte die Metzgerei kontinuierlich weiterentwickeln. „Lieber später mehr als zu früh zu viel“, lautet seine Devise. Das Geschäft soll künftig unter dem Namen „Zum Hausberger“ firmieren. „Der ist traditionell mit Bad Aibling verbunden. Daran knüpfen wir an“, sagt Antretter.

Der familiäre Hintergrund ist aus seiner Sicht für dieses Vorhaben ideal. Antretters Freundin Bernadette Kriechbaumer (22) will zum Gelingen der Pläne ebenso beitragen wie seine Schwester, sein jüngerer Bruder, seine Mutter und sein Stiefvater. Sie bringen auch jede Menge fachliches Wissen ein. Seine Schwester betreibt mit ihrer Familie eine Kälbermast bei Hundham, der jüngere Bruder Jakob (17) macht derzeit eine Metzgerlehre in Lenggries. „Geplant ist, dass er nach dem Ende der Ausbildung bei mir einsteigt“, sagt Antretter.

Die Freundin des Metzgermeisters wird nicht nur im Verkauf mithelfen, sie kümmert sich auch um die Büroangelegenheiten. Nach ihrer Ausbildung hat sie erst kürzlich eine Fortbildung zur Betriebsfachwirtin erfolgreich abgeschlossen. „Dieses Wissen kann sie einbringen“, so Antretter.

Früher Start am Morgen
und neue Ideen

Am „Grundgerüst“ der Metzgerei will der künftige Pächter nicht viel ändern, ein paar Neuerungen verrät er aber bereits jetzt. Ab 1. Juli ist der Laden schon ab 6.30 Uhr geöffnet. Antretter möchte zur frühen Morgenstunde ein „Handwerker-Frühstück“ anbieten und damit Kunden gewinnen, die die Stadt bereits um diese Zeit verlassen oder in die Stadt pendeln.

„Da gibt es dann schon frische Wurstsemmeln, warmen Leberkäs und auch Kaffee zum Mitnehmen“, so seine Idee. Außerdem will er im Außenbereich einen Verkaufsautomaten installieren, der rund um die Uhr verschiedene Metzgereiprodukte für Kunden im Angebot hält. Änderungen plant er auch bei den Öffnungszeiten. Am Montag bleibt der Laden geschlossen, dienstags, mittwochs und donnerstags endet der Verkauf jeweils um 14 Uhr.

Optimistischer Blick
in die Zukunft

Dass mit der Geschäftsübernahme viel Arbeit auf ihn wartet, ist Antretter bewusst. Dennoch ist er sicher, dass ausreichend Zeit für sein großes Hobby bleibt: die Liebe zu den Pferden. Er ist Mitglied der Pferdefreunde Wendelstein und züchtet süddeutsche Kaltblüter. Dazu gehört auch, mit den sauber herausgeputzten Tieren an Veranstaltungen teilzunehmen. „Wir waren schon beim Festzug anlässlich des Oktoberfestes in München oder bei Leonhardifahrten dabei“, verrät der Metzgermeister.

„Mia gfrein
uns sakrisch“

Anton Hausberger war für eine telefonische Stellungnahme nicht zu erreichen. Die Freude der Familie über die aktuelle Entwicklung geht jedoch aus einem Post hervor, den seine Frau in den sozialen Medien absetzte. „Mia gfrein uns sakrisch.“

Eine Freude, die auch Hubert Lohberger, Obermeister der Metzgerinnung im Landkreis Rosenheim, teilt. Er begrüßt es sehr, dass ein Kollege das Ladengeschäft übernimmt, und wartet mit einer optimistischen Zukunftsprognose auf. „Wenn er fleißig ist, sieht er geschäftlich rosigen Zeiten entgegen“, ist der Obermeister überzeugt.

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