Bad Aibling – Kirsten Hieble-Fritz ist seit Anfang Mai Bad Aiblings Bürgermeisterin und hatte sich sehnlichst aufs Anzapfen des diesjährigen Pfingstvolksfestes gefreut, nach eigenen Angaben sich sogar eigens auf diese besondere Amtshandlung vorbereitet und trainiert.
Zapfhahn will
nicht ins Fass
Am Ende verlief die Premiere in Sachen Anzapfen für die Rathauschefin im proppenvollen Festzelt dann aber anders als erwartet. Der Zapfhahn, den sie keineswegs streichelte, sondern mit gehöriger Wucht mit dem Schlegel torpedierte, wollte einfach nicht ins vorgesehene Spundloch. Bei den vorangegangenen Übungen hatten dagegen noch drei gekonnte Schläge ausgereicht, um das Bier zum Fließen zu bringen.
Zunächst herrschte Ratlosigkeit bei Festwirt Jochen Mörz und dem Braumeister und technischen Leiter bei Auerbräu, Josef Kronast, sowie weiteren Verantwortlichen des Brauhauses. Zumal die Willinger Musi, die den Abend über für Stimmung sorgen sollte, auf den heißersehnten ersten Tusch nach dem Ruf „Ozapft is“ wartete.
Schnell zeigte sich allerdings, dass die Anzapf-Panne nichts mit den Anzapf-Qualitäten der neuen Bad Aiblinger Bürgermeisterin zu tun hatte. Gingen die Auerbräu-Verantwortlichen zunächst noch von einem unpassenden Zapfzeug aus, das in die Kurstadt geliefert worden war, teilte das Rosenheimer Brauhaus später mit, dass ein „falsches Fass“ für den Fauxpas gesorgt hatte. Für die Festgäste hatte es allerdings auch etwas Gutes: Denn die Verantwortlichen ließen schließlich 30 Liter „Freibier“ springen.
Mit gut eineinhalb Stunden Verzögerung durfte Bürgermeisterin Kirsten Hieble-Fritz das Anzapfen dann mit einem neuen Fass und dazu passenden Zapfzeug wiederholen und benötigte, wie im Training, dafür lediglich drei Schläge.
Abgesehen von dem auch für die Brauerei ungewöhnlichen Zwischenfall, erlebte das traditionelle Pfingstvolksfest heuer bei strahlend blauem Himmel und frühsommerlichen Temperaturen einen Traumstart. Ein buntes Bild bot sich am Rathaus, wo sich Bad Aiblings neue Rathauschefin, ihr Amtskollege aus Großkarolinenfeld, Anton Wallner, mit Gattin, mehrere Stadträte, der Festwirt mit seinem Serviceteam, der Spielmanns- und Fanfarenzug Beyharting, die Gebirgsschützenkompanie Bad Aibling, die Willinger Musi sowie weitere örtliche Vereine, die Feuerwehr und Mitglieder der großen Fahrgeschäftsfamilie versammelten und dort auf das Zeichen zum Festzug warteten.
Nach kräftigen Salutsalven der Aiblinger Gebirgsschützen und einem Begrüßungsschnapserl für die Ehrengäste lautete die Botschaft: „Hereinspaziert und ein herzliches ,Grüß Gott‘ – auf heitere und vergnügliche zehn Tage auf dem Bad Aiblinger Pfingstvolksfest.“