Feldkirchen-Westerham/ Weyarn – Bei der 20. Gesellschafterversammlung der Solarstrom Feldkirchen-Westerham und Weyarn GbR hat es einen Personalwechsel in der Geschäftsführung gegeben. Die Versammlung fand im Landgasthof Neukirchen statt, wie die Gesellschaft mitteilt.
An der Bürgersolarstrom GbR sind aktuell 149 Bürger aus den Gemeinden Feldkirchen-Westerham und Weyarn beteiligt. Seit der Gründung im Herbst 2004 haben die Gesellschafter demnach insgesamt rund 1,322 Millionen Euro in den Bau von Photovoltaikanlagen auf den von den Gemeinden zur Verfügung gestellten Dächern investiert.
15 Anlagen
in Betrieb
Geschäftsführer Ernst Weidl legte auf der Versammlung seinen Geschäftsbericht für das Jahr 2025 vor. Mit den 15 Anlagen der Gesellschaft, die eine Leistung von etwas mehr als 412 kWp haben, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 440.619 kWh Strom erzeugt. Seit 2005 beträgt die Stromproduktion insgesamt knapp sechs Millionen kWh, wodurch über 4.000 Tonnen CO2 eingespart worden seien.
Neben 57 Gesellschaftern konnte Ernst Weidl gemeinsam mit seinem Mitgeschäftsführer Franz Bergmüller auch den neuen Bürgermeister der Gemeinde Weyarn, Simon Pause, sowie den neuen Zweiten Bürgermeister der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, Bernhard Neumaier, begrüßen. Pause hob in seinem Grußwort unter anderem die Pionierleistung der Gesellschafter hervor, die schon vor über 20 Jahren auf das große Potenzial der erneuerbaren Energien gesetzt hätten.
Ausschüttungen
für die Gesellschafter
Aufgrund der guten Ergebnisse können die Gesellschafter bei den einzelnen Projekten mit Ausschüttungen zwischen 5,5 und zehn Prozent rechnen. Die große Spanne entstehe durch die über die Jahre gesunkene garantierte Einspeisevergütung, die bei den ersten Anlagen im Jahr 2005 bei über 50 Cent pro kWh gelegen habe und über die Jahre auf bis zu acht Cent gefallen sei.
Zum 31. Dezember 2025 ist die erste Anlage der Gesellschaft aus der garantierten Vergütung herausgefallen. Bei der Nachfolgeanlage liege die Vergütung im Schnitt bei rund elf Cent pro kWh statt vorher bei 54 Cent. Dennoch hätten sich 83 Prozent der an der ersten Anlage beteiligten Gesellschafter entschieden, sich trotz deutlich geringerer Ausschüttungen weiter zu beteiligen – da es ihnen in erster Linie um die Unterstützung der Energiewende gehe und nicht um eine stattliche Rendite.
Ziel der Gesellschaft ist es, den erzeugten Strom nach dem Auslauf der garantierten Einspeisevergütung sofort vor Ort zu verbrauchen. Ende 2026 läuft die Vergütung für die Anlage auf der Mehrzweckhalle in Weyarn aus. Die Anlage soll dann das noch zu errichtende Heizwerk der Gemeinde sowie die Mehrzweckhalle selbst und das daneben liegende Kinderland mit Strom versorgen. Ernst Weidl hat hierzu bereits Gespräche mit allen Beteiligten geführt, die alle großes Interesse daran hätten, dieses Projekt weiterzuentwickeln, wie er erklärte. Seit 2015 betreibt die Gesellschaft zudem eine Eigenverbrauchsanlage auf dem Dach des Kultur- und Sportzentrums in Feldkirchen-Westerham. Dort wurden im vergangenen Jahr 42.658 kWh und damit 82,41 Prozent des erzeugten Stroms vor Ort verbraucht.
Den zentralen Personalwechsel der Versammlung markiert der Rücktritt von Geschäftsführer Ernst Weidl zum 30. Juni 2026. Weidl, der kürzlich seinen 70. Geburtstag feierte, war seit der Gründung in den Gremien der Bürgersolargesellschaft tätig – zunächst bis 2019 als Beirat, anschließend als Geschäftsführer. Nach 36 Jahren Ehrenamt möchte er nun mehr Zeit für seine Enkelinnen haben.
Mitgeschäftsführer Franz Bergmüller hob das große Engagement und die viele Zeit hervor, die Weidl für die Gesellschaft aufgebracht habe.
Als Nachfolger wurde einstimmig Stefan Kluge, Wirtschaftsinformatiker aus Feldkirchen-Westerham, gewählt. Kluge ist seit Beginn Gesellschafter bei der Bürgersolar und zudem im Beirat der Windradgesellschaft Riedholz, dem ersten Windradbetreiber in Feldkirchen-Westerham. Ernst Weidl gratulierte Stefan Kluge herzlich zur Wahl und wünschte ihm viel Erfolg und gute Entscheidungen für die Zukunft.
Gemeinsam mit Ernst Weidl traten auch die beiden Beiräte Heinz Oesterle, der bis 2019 Geschäftsführer war, und Uli Bauder, ehemaliger Rechtsanwalt, von ihren Ämtern zurück. Weidl dankte beiden für ihre außerordentlichen Leistungen. Als neue Beiräte wurden einstimmig die Gesellschafterin Angela Ackermann-Dietl aus Westerham und der Gesellschafter Erhard Domscheit aus Holzolling gewählt.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Vortrag von Michael Weber junior, Mitarbeiter des Ingenieurbüros Biebl aus Helfendorf, zum Thema „Aufbau des Stromnetzes – Blackout Gefahren anhand von aktuellen Beispielen“.