Bahnhofsumbau: Totalsperre für mehr Barrierefreiheit

von Redaktion

Die Deutsche Bahn plant am Bahnhof Westerham einen Umbau für mehr Barrierefreiheit. Unter anderem sollen zwei Außenbahnsteige durch eine Unterführung verbunden werden. Der Zeitplan für die Maßnahme sieht allerdings eine lange Sperrphase vor.

Feldkirchen-Westerham – Am Bahnhof Westerham soll sich einiges verändern. Die Deutsche Bahn plant ein paar Umbauarbeiten, wobei vor allem die Barrierefreiheit im Vordergrund steht. In der jüngsten Gemeinderatssitzung von Feldkirchen-Westerham wurden die Pläne nun von der Verwaltung vorgestellt – und stießen auf großen Zuspruch.

„Mit der Baumaßnahme an sich sollen zwei außenliegende Bahnsteige entstehen, welche mit einer Unterführung verbunden werden“, erklärt die Verwaltung gleich zu Beginn. Durch die Personenunterführung von Bahnsteig 1 zum Bahnsteig 2 soll für einen barrierefreien Zugang gesorgt werden. Zu den Bahnsteigen können Reisende zukünftig entweder über eine Treppe oder über einen Aufzug gelangen. „Die Treppen erhalten Einhausungen durch Anordnung von Systemdächern“, so die Verwaltung.

Mittelbahnsteig wird
„vollständig zurückgebaut“

Weiterhin ist geplant, dass der bestehende Bahnsteig am Gleis 1 von 55 Zentimetern auf eine Schienenoberkante von 76 Zentimetern erneuert wird. Auch die Bahnsteigbaulänge von 155 Metern wird um 15 Meter erweitert. Mit diesen Neuerungen sollen dann auch die Zugänge zum Bahnsteig 1 barrierefrei auf die neue Höhensituation angepasst werden. „Der bestehende Mittelbahnsteig zwischen Gleis 1 und Gleis 2 wird vollständig zurückgebaut“, erklärt die Verwaltung weiter den Plan. An Gleis 2 soll dann ein neuer Außenbahnsteig mit einer Höhe von 76 Zentimetern über Schienenoberkante errichtet werden.

Im Zuge der baulichen Maßnahmen müssen dann auch die Wegeleitsysteme überarbeitet und neue Beleuchtungsanlagen an den Bahnsteigen angebracht werden. „Die Oberleitungsanlage wird an die neue Situation angepasst“, so die Gemeindeverwaltung. „Die Bahnsteige werden mit dynamischem Schriftanzeiger und Akustikmodul ausgestattet.“ Für die Gemeinde sei der Umbau des Bahnhofs mit zwei außenliegenden Bahnsteigen plus einer barrierefreien Zugangsmöglichkeit „sehr positiv“. Denn dadurch hoffe man auf eine vermehrte Nutzung des ÖPNV.

Fahrradständer müssen
Aufzug weichen

„Während der Bauzeit müssen alle Fahrradständer weg“, ergänzt Bürgermeister Johannes Zistl (OLV). Nach den Bauarbeiten sollen alle wieder angebracht werden, bis auf die Ständer, die direkt vor dem Bahnhofsgebäude stehen. „Der kann langfristig nicht bleiben, weil da später der Aufzug hinkommt“, sagt Zistl. Er erklärt weiter, dass der Rückbau des bestehenden Mittelbahnsteigs eine gute Sache sei. „Da wird ein moderner Bahnsteig gebaut, der links und rechts verläuft, sodass man dann die Möglichkeit hat, dass zwei Züge gleichzeitig ein- und ausfahren können, ohne dass man eines der Gleise immer mit einer Kette absperren muss.“

Für den Rathauschef ist der vorgestellte Plan eine gute Sache. Wichtig sei der Gemeinde dabei aber gewesen, dass direkt mit der Bahn über eine Zuwegung von der Straße „Am Angerberg“ gesprochen wurde. „Als wir die Planung zum ersten Mal gesehen haben, haben wir gesagt: Dass ist unsere Chance, wir müssen zwingend versuchen, dass wir einen Anschluss auf die Südstraße (also Am Angerberg) bekommen“, sagt Zistl. Das würde die Möglichkeit eröffnen, dass dort weitere Fahrradständer und Parkplätze errichtet werden können. „Wir sind dann mit den Grundstückseigentümern in Verhandlung gegangen und haben nach ungefähr einem Jahr geschafft, dass wir da ein Stück kriegen und das ist jetzt auch schon in der Planfeststellung von der Deutschen Bahn drinnen“, so der Rathauschef.

Bauzeit für April 2028 bis
Februar 2029 geplant

Bis die Umbauarbeiten stattfinden können, dauert es noch einige Zeit. Laut der Verwaltung ist die Bauzeit von April 2028 bis Februar 2029 geplant. Weiter heißt es: „Während der Totalsperrung ist der Zugverkehr im betroffenen Streckenabschnitt betrieblich eingeschränkt. Während der Einzelgleissperrungen erfolgt eine eingleisige Betriebsführung mit Langsamfahrstellen im Bereich der Bahnsteigkanten.“

Für Elisabeth Spielmann (Grüne) sind die geplanten Baumaßnahmen „sehr positiv“. Für sie stellt sich dabei nur die Frage, wie oft der Gemeinderat bei der Umsetzung beziehungsweise bei Entscheidungsfindungen noch eingebunden wird, wie zum Beispiel beim Thema Beleuchtung an den Bahnsteigen. Von der Verwaltung hieß es dazu, dass die Gemeinde als Träger öffentlicher Belange bei der Behördenbeteiligung involviert wird. Inwiefern eine Bürgerbeteiligung durchgeführt werde, dafür sei aber die Deutsche Bahn zuständig.

Bergmüller: „Planung
sehr gut gelungen“

Zuspruch zu der Umgestaltung des Bahnhofs kam auch von der AfD. „Nur eine kleine Nachfrage hätte ich, und zwar, wird der Zugang vom Am Angerberg auch barrierefrei werden?“, fragt Fraktionsvorsitzender Roland Zeddies. Vom Bürgermeister kommt dazu ein klares Ja. Auch Franz Bergmüller, Fraktionsvorsitzender von Pro Bürger, steht dem Projekt positiv gegenüber. „Ich finde auch, dass die Planung sehr gut gelungen ist und dass die Gemeinde das sehr begrüßen wird“, so Bergmüller.

Der Gemeinderat befürwortet einstimmig (22:0) den Umbau auf den geplanten Standard. Wichtig ist für die Gemeinde jedoch, dass von Beginn der Maßnahmen für die „Gemeindeflächen ein Beweissicherungsverfahren durchzuführen“ ist, um so später Schäden geltend machen zu können. Des Weiteren soll vor dem Wiederaufbau der Fahrradständer geprüft werden, „ob die Errichtung einer Wendekehre auf dem Grundstück der Gemeinde“ für Busse mit Unterstützung der Bahn umgesetzt werden kann.

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