Bad Aibling – Obwohl Horst Sauerbruch mittlerweile zum fünften Mal in der Villa Maria ausstellt, herrschte ein ungeheurer Andrang in allen Räumen. Das Interesse an den Bildern des ehemaligen Professors an der Akademie der Bildenden Künste in München ist nach wie vor ungebrochen. Auch dieses Mal befanden sich wieder etliche frühere Studenten unter den Besuchern. Drei der Ausstellungen hatten zu Lebzeiten Sauerbruchs stattgefunden, die aktuelle ist die zweite, die nach seinem Tod im Jahr 2021 stattfindet. Wie immer war die Witwe anwesend, und freute sich über die große Akzeptanz der Werke ihres Mannes. 50 Arbeiten unterschiedlicher Formate und Techniken sind gehängt worden, alle bestechen sie durch enorme Leuchtkraft. Die Bilder haben keinen gegenständlichen Inhalt, und
die aufgetragenen Elemente reichen von stecknadelkopfgroß bis zu größeren Bausteinen und fügen sich in allen nur erdenklichen Farben aneinander. So ziemlich alles, was sich nur eignete, diente ihm als Malgrund: aufgeklappte Pappkartons, alte Lappen, eine übergroße Suppenkelle, aber natürlich auch Papier. Galerist Ernst Geyer würdigte den Maler in seiner Ansprache mit den Worten: „Man sieht Andeutungen, vor allem aber Farben, die sich gegenseitig antreiben. Nichts steht still. Alles scheint in Bewegung zu sein – als würde das Bild noch denken, während man es anschaut. Dabei haben seine Bilder etwas wunderbar Unangestrengtes. Sie wollen nicht belehren. Sie posieren nicht. Sie drängen sich nicht auf“. Mit diesen Sätzen entließ Geyer die Besucher in die Ausstellung, allerdings nicht ohne den Hinweis auf die Veranstaltung am letzten Tag der Präsentation zu geben. Die Ausstellung mit dem Titel „Das Fest“ dauert bis Sonntag, den 12. Juli und wird mit einer Finissage beendet, an der ein Bildfindungsgespräch zwischen dem Kunstpädagogen Gerhard Schebler und einem Freund Sauerbruchs, dem Psychiater Dr. Bernd Vigener, stattfindet. bö