Bröckelnder Untergrund unter dem Gotteshaus

von Redaktion

St. Vitus in Unterlaus bei Feldkirchen-Westerham droht eine langwierige Sanierung

Feldkirchen/Unterlaus – Die Gottesdienstbesucher der Kirche St. Vitus in Unterlaus werden voraussichtlich noch einige Jahre mit dem massiven Stützgerüst aus Holz leben müssen, das sich seit Frühjahr 2025 im Inneren des Gotteshauses befindet und zur Stabilisierung des Kirchenschiffes beiträgt. Davon gehen Kirchenpfleger Hans Stahuber und Michael Liegl, der Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes Feldkirchen-Höhenrain-Laus, aus.

Diese Einschätzung resultiert unter anderem auf der Basis von Analysen der Kernbohrungen, die im Frühjahr dieses Jahres im Bereich der Kirche durchgeführt wurden. Sie waren neben Sonderbohrungen zusätzlich erforderlich geworden, um die Ursache für einen Riss im Deckengewölbe der Kirche herauszufinden, der im November 2024 aufgetreten war und zu einer mehrmonatigen Sperre des Gotteshauses geführt hatte. Erst seit Ostern vergangenen Jahres können in der Unterlauser Kirche wieder Gottesdienste gefeiert werden, nachdem ein Statiker den Einbau des Stützgerüstes als „Notbehelf“ für ausreichend erachtet hatte, um die Sicherheit des Altardienstes und der Kirchenbesucher zu gewährleisten.

„Das Ergebnis der Kernbohrungen erfreut uns nicht gerade“, sagt Michael Liegl. Von „schwierigen Bodenverhältnissen“ spricht der Kirchenpfleger.

Laut Liegl stehe fest, dass die Kirche auf Tuffstein aus der Endmoränen-Zeit errichtet worden sei, der jetzt brüchig sei. Erst in etwa fünf bis zehn Metern Tiefe seien die Bohrexperten auf tragfähigen Grund gestoßen.

Welche Konsequenzen sich aus der Analyse der Bohrkerne für das weitere Vorgehen im Kircheninneren ergeben, steht laut Stahuber dennoch noch nicht genau fest. Zunächst sollen im Bereich des Risses jetzt regelmäßige Messungen stattfinden, die Aufschluss darüber geben, ob Bewegungen im Deckengewölbe stattfinden. „Das muss über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen, in dem das Gerüst in der Kirche bleiben muss. Wir müssen wissen, ob der Untergrund wirklich für die Schäden ursächlich ist. Das kann man im Moment noch nicht sagen“, so der Kirchenpfleger.

Der beste Fall wäre aus Stahubers Sicht, „wenn sich keine Auffälligkeiten mehr zeigen“. Dann könnte man den Riss verpressen und käme wohl eher kostengünstig weg, vermutet er. Konkrete Aussagen zu eventuell anfallenden Kosten kann er derzeit nicht treffen. „Ich will im Moment auch mit Blick auf die Finanzen keine Panik schüren. Auf jeden Fall brauchen wir die Unterstützung des Ordinariats“, so Stahuber.

Davon geht auch Michael Liegl aus. Falls doch die Tragfähigkeit des Bodens die Ursache für die Schäden im Deckengewölbe sein sollte, sieht er jedoch umfangreiche und teure Maßnahmen im Untergrund auf die Kirchengemeinde zukommen. „Dann müssten im Boden wohl Pfähle gesetzt werden, die die Tragfähigkeit des Fundaments stabilisieren“, berichtet Liegl.

Auch für ihn ist Abwarten das Gebot der Stunde. „Wie es weitergeht, hängt von den Messwerten an der Decke ab, die jetzt über längere Zeit ermittelt werden. Um sichere Aussagen treffen zu können, ist Geduld gefragt“, sagt Liegl.

Finanzierungsfragen mit dem Ordinariat zu klären, mache erst dann Sinn, wenn man genau über den Umfang der notwendigen Sanierungsmaßnahmen Bescheid wisse und einen realistischen Kostenvoranschlag in Händen halte, ist er überzeugt. Fest stehe aber bereits jetzt, dass eine Eigenbeteiligung der Kirchengemeinde eine zwingende Voraussetzung sei, um Mittel vom Ordinariat für die anstehenden Arbeiten zu erhalten.

Das weiß auch der Kirchenpfleger und hat deshalb in der jüngsten Vergangenheit bereits mit dem Sammeln von Geld hierfür begonnen. Außerdem will er sich zu gegebener Zeit an die Bayerische Landesstiftung, den Bezirk Oberbayern und das Landesamt für Denkmalpflege mit der Bitte um eine Finanzspritze wenden. Norbert Kotter

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