Ein Leben für Bienen, Garten und Wühlmausfallen

von Redaktion

Manfred Lammel aus Hummelhausen feierte seinen 95. Geburtstag. Der Jubilar ist seit 80 Jahren Imker, Gartenexperte und bekannt für seine selbst gebauten, „todsicheren“ Wühlmausfallen.

Bad Feilnbach – Zum Lebenswerk von Manfred Lammel gehören Bienen, Garten und Wühlmausfallen. Vor Kurzem feierte er, nach eigenen Worten „fit und zufrieden“, im Kreise der Familie und vieler anderer Gratulanten sein 95. Wiegenfest. Unter den Gratulanten waren Christian Schlemer, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Au, sowie Sepp Millauer, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Au-Dettendorf, in Begleitung weiterer Vorstandsmitglieder. Sie erwiesen ihrem langjährigen Ehrenmitglied die Ehre.

Humorvoll und
naturverbunden

Der naturverbundene und humorvolle Zeitgenosse wurde in Buenos Aires geboren. Mit viel Glück gelangten seine Eltern mit ihrem Sprössling im Alter von eineinhalb Jahren nach Deutschland, genauer gesagt auf das bäuerliche Anwesen im Weiler Hummelhausen, südwestlich von Au gelegen. Dort wuchs er auf und besuchte die gut zweieinhalb Kilometer entfernte Schule in Au. Den Weg dorthin bewältigte er bei Wind und Wetter, im Winter durch tiefen Schnee stapfend, zu Fuß.

Er wurde Landwirt und versorgte mit Liebe und Leidenschaft das bäuerliche Anwesen mit einer stattlichen Streuobstwiese und Obstbaumbeständen. Daraus entstand seine tiefe Liebe zur Natur und Heimat, die bis zum heutigen Tage wichtige Lebensinhalte für ihn darstellen.

Zu diesen Lebensinhalten gehören die Bienen, denen er sich seit seiner Kindheit widmet. Als 15-Jähriger schloss er sich dem Bienenzuchtverein Au bei Aibling an. Zum Stolz seines Vorsitzenden Christian Schlemer gehört er dem Verein seit 80 Jahren als ältestes aktives Vereinsmitglied an.

Zwischen vier und zehn Bienenvölker zählte Manfred Lammel in den vergangenen Jahrzehnten als Imker. Gegenwärtig besucht er täglich seine acht Bienenvölker, mit denen er spricht und die ihm auch im hohen Alter Freude am Lebensalltag bereiten. Wie Schlemer ergänzte, gehört auch Josef Berger, wohnhaft in Kleinholzhausen, seit 70 Jahren aktiv dem Verein an.

Vom Obstbau bis zur
Schädlingsbekämpfung

Eine seiner Lebensweisheiten lautet: „Bienen und Garten gehören zusammen. Ohne diese naturgegebene Einheit gäbe es weder Obst noch Gemüse.“ Grund genug, sich 1983 dem Obst- und Gartenbauverein Au-Dettendorf anzuschließen und mit seiner heiteren und humorvollen Art sowie vielen Aktivitäten im Vereinsausschuss das Vereinsleben unter den Vorsitzenden Martin Impler (Schmoderer Mascht) und Sepp Millauer zu bereichern.

Aktiv dabei zu sein, etwa an der historischen Apfelpresse auf dem Bad Feilnbacher Apfelmarkt, war für den „Hummehauser Manfred“, wie ihn Auer Weggefährten auch kennen, ein jährliches Muss. Sein fachliches Wissen über Obstanbau und Schädlingsbekämpfung begeisterte Kinder im Rahmen von Ferienprogrammen.

Seit seiner Kindheit gehört der Bau von Wühlmausfallen zu seinem besonderen Steckenpferd. „Wühlmäuse gehören nicht zu den willkommenen Begleitern in Streuobstwiesen und Gärten“, so Manfred Lammel im Interview. Die lichtscheuen „Viecher“ bewegen sich unter der Erde und lieben junge Wurzeln von Obstbäumen und Gemüse. In manchen Gegenden traten sie vermehrt auf und verursachten massive Schäden und Ernteverluste.

So gelang es Lammel beispielsweise an einem Anwesen in Bad Feilnbach, binnen weniger Stunden einigen Nagern den Garaus zu machen. Die Fallen, die er in über 100 Stückzahlen aus Holz und mit Federdraht verbunden mit reichlich Mühe baute, arbeiten „todsicher“ nach dem Prinzip einer Guillotine. Technik und Handhabung vermittelte er über den Obst- und Gartenbauverein in Kursen. Das Bayerische Fernsehen befasste sich im Jahr 2013 mit dem Thema und seiner Mausefallentechnik in einem eigenen Filmbeitrag.

Eine geschätzte
Persönlichkeit im Dorf

Kindern und Jugendlichen wurde er beispielsweise bei diversen Ferienprogrammen zum Thema Obst- und Gartenbau zum Vorbild. Die Auer Dorfgemeinschaft schätzt ihn für seine angenehme, humorvolle Art, die er beispielsweise als Gmoaschreiber „Manfred vo da Eselweide“ anlässlich der Bettlhouzat im Jahr 2000 prägend unter Beweis stellte.

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