Eine Million Euro für mehr Sicherheit

von Redaktion

Unfallschwerpunkt an der Staatsstraße 2078 wird entschärft – Bau des Kreisverkehrs in Bruckmühl beginnt

Bruckmühl – Großereignisse werfen ihre Schatten weit voraus. Das trifft nicht nur auf Veranstaltungen zu, sondern gerade auch auf Straßenbauprojekte. Das Staatliche Bauamt Rosenheim baut nun den dreiarmigen Knotenpunkt der Staatsstraße 2078 und der Kreisstraße RO 8 (Kirchdorfer Straße) in einen Kreisverkehr um. Die Bagger rollen bereits nächste Woche an.

Immer wieder
schwere Unfälle

Das Thema des Unfallschwerpunkts an der Staatsstraße 2078 sorgt schon länger für Aufsehen. Unter der Schlagzeile „Unfallschwerpunkt Staatsstraße 2078“ schrieb der Mangfallbote bereits im Februar 2025: „Das Thema erhitzt die Gemüter. Immer wieder kracht es auf der St2078 bei Bruckmühl und viele Bürger wünschen sich mehr Sicherheit. Sowohl durch eine vorsichtigere Fahrweise der Verkehrsteilnehmer als auch durch weitere behördliche Maßnahmen.“ Gerade wegen der teils schweren Unfälle – auch mit einem tödlichen Ausgang – beim Abzweig von der St2078 in die Kreisstraße RO8 nach Bruckmühl hatte sowohl bei der Gemeindeverwaltung als auch beim Bruckmühler Marktgemeinderat eine deutliche Minderung des hohen Gefährdungspotenzials oberste Priorität. „Je schneller hier gehandelt wird, umso besser, jeder Unfall, der passiert, ist einer zu viel“, lautete das damalige Verwaltungs- und Rats-Votum.

Die Folge: Nach einer eingehenden Bewertung aller beteiligten Fachbehörden wurde der neuralgische Verkehrspunkt als „Unfallschwerpunkt“ eingestuft. Dieser wird nun im Folgeschritt noch in 2026 mittels einer Kreisverkehrslösung deutlich entschärft. Ein in Auftrag gegebenes Verkehrsgutachten weist auf der St 2078 im Bereich von Bruckmühl von 14.000 bis 16.000 Fahrzeugen (davon sechs Prozent Lkw) in 24 Stunden ein bayernweit hohes Aufkommen auf.

Oftmals wird
Vorfahrt missachtet

Dazu kommen im gleichen Zeitraum noch einmal 6.000 Fahrzeuge auf dem südlichen Abzweig Richtung Ortsmitte Bruckmühl hinzu. Auch zeigt die Unfallhäufungskarte in diesem Bereich nach Darstellung von Alexander Eisner vom Staatlichen Bauamt Rosenheim, Fachbereich Straßenbau, signifikante Werte. Ursächlich hierfür sind laut Eisner Vorfahrtsmissachtungen und ein hoher Ausbiegedruck im Verkehrsgeschehen.

Mit einem Variantenvergleich ließ das zuständige Staatliche Bauamt Rosenheim in den vergangenen Monaten untersuchen, welche Möglichkeiten es gibt, den unfallträchtigen Knotenpunkt zu entschärfen. Drei Varianten wurden geprüft: Eine Lichtzeichenanlage (Ampel) als Variante eins hätte durch eine individuelle zeitliche Steuerungsmöglichkeit mit Kameras und Induktionsschleifen eine hohe Verkehrsqualität geboten und nur einen geringen Eingriff ins Landschaftsbild bedeutet. Das Baufenster hätte sich nach vorsichtiger Schätzung auf zwei Monate belaufen, die Kosten auf ca. 500.000 Euro.

Variante zwei sah eine höhenfreie Lösung mit einer sogenannten linksliegenden Trompete vor. Dabei würde die Kreisstraße RO8 von Süden aus kommend unter der St2078 hindurch in einem Linksschwenk weiter Richtung Feldkirchen geführt werden. Hierfür wäre ein Grunderwerb von 11.000 Quadratmetern nötig gewesen. Knackpunkte waren die Frage der Kostenbeteiligung durch den Landkreis, längere Verwaltungs- und Verfahrenswege sowie ein Zeitansatz von der Planung bis zur Fertigstellung von nicht unter fünf Jahren. Die reine Bauzeit hätte sich auf mindestens zwölf Monate belaufen, die Kosten auf circa 3,5 Millionen Euro.

Als dritte Variante wurde ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 40 Metern in Betracht gezogen. Dieser hätte eine größere Akzeptanz bei der Bevölkerung und könnte in einem Baufenster von sechs Monaten mit kleinen temporären Behelfsumfahrungen umgesetzt werden. Dafür wären notwendige Grundstücksverhandlungen für 600 Quadratmeter zu führen gewesen. Die Kosten wurden auf rund eine Million Euro geschätzt.

Bauarbeiten für
Kreisverkehr beginnen

Letztlich stellte sich der Bau eines Kreisverkehrs als die beste Lösung heraus. Nach Abschluss von Grunderwerbsverhandlungen und der dafür notwendigen Planungen können jetzt laut Staatlichem Bauamt noch in dieser Woche die Bauarbeiten starten.

Der Bau des Kreisverkehrs erfolgt in mehreren Schritten. Um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten, wird zunächst südlich des Knotenpunkts eine Behelfsumfahrung hergestellt. Sie wird den Verkehr an der eigentlichen Baustelle vorbeileiten. Der Kreisverkehr ist final mit einem Durchmesser von 40 Metern geplant, den somit auch größere Lkw problemlos befahren können. Für Ende Juni sind die umfangreichen Tiefbau- und Erdarbeiten für den neuen Kreisel terminiert sowie die Herstellung des Unterbaus, der die spätere Asphaltfahrbahn tragen wird.

Ende September sollen dann die Bauarbeiten am neuen Kreisverkehr abgeschlossen und der Verkehr auf die neue Trasse umgelegt werden. Zur Herstellung und zum Rückbau der Umfahrung muss die RO8 kurzzeitig gesperrt werden. Den genauen Termin dafür teilt das Staatliche Bauamt Rosenheim gesondert mit. Die Kosten für den Neubau des Kreisverkehrs liegen bei rund einer Million Euro. 700.000 Euro davon trägt der Freistaat Bayern, 300.000 Euro zahlt der Landkreis Rosenheim. Das Staatliche Bauamt Rosenheim bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis für etwaige Verkehrsbehinderungen während der Bauzeit.

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