Bad Feilnbach – „Georg Kurz ist in das neue Jerusalem als verheißene Heimat angekommen, wo es weder Leid noch Krankheit und Schmerzen gibt.“ Mit diesen trostspendenden Worten von Pater John, Geistlicher der Pfarrei St. Martin in Au, nahm eine große Trauergemeinde Abschied von einem liebenswerten Zeitgenossen, der im 78. Lebensjahr in seinem geliebten Garten in Au unerwartet in Frieden einschlief und den Lebenden im Tode vorausging. Um ihn trauern seine Lebensgefährtin Maria, die ihn während seiner Krankheit pflegte und betreute, Tochter Simone und Sohn Georg mit den jeweiligen Familien sowie Freunde und Weggefährten. Den Seelengottesdienst in der vollen Pfarrkirche St. Martin umrahmten der Auer Kirchenchor und die Valleyer Sänger, begleitet von Sophia Brunner an der Harfe. Den Trauerzug begleitete die Musikkapelle Bad Feilnbach. Abordnungen vom ASV Großholzhausen, Jungbauernschaft Litzldorf, Trachtenverein GTEV „D’Sulzbergler“ Litzldorf und Veteranen- und Kriegerverein Litzldorf erwiesen dem Verstorbenen mit ihren Fahnen die letzte Ehre. Die Laudatio hielt Christoph Rastinger, der den „Kurz Schorsch“ und sein Engagement und seine Lebenswerke zum Wohle umgebender Gemeinschaften sehr gut kannte.
Am 15. Februar 1948 erblickte der Verstorbene als zweites von vier Kindern des Elternpaares Maria und Georg Kurz das Licht der Welt und wuchs in seinem geliebten Derndorf wohlbehütet auf. Er besuchte die Volksschule in Litzldorf. Als gelernter Mechaniker verdingte er sich bei verschiedenen namhaften Handwerksbetrieben und leistete vier Jahre lang Dienst beim Bundesgrenzschutz. Darauf folgte ein Studium zum Maschinenbautechniker sowie die Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und Schmiedemeister als Grundlage zur Übernahme der Werkstatt des Fachbetriebs „Georg Kurz Land-, Forst- und Gartentechnik“ in Litzl- dorf. 1972 heiratete er und drei Jahre darauf hielt er Tochter Simone und 1983 Sohn Georg in seinen Armen. Große Stütze war sein Bruder Peter.
Einschneidend war die Hiobsbotschaft der Krankheit „Parkinson“, die ihn über 25 Jahre lang als lästiger Partner bis zu seinem plötzlichen und unerwarteten Ableben begleiten sollte. Er trug seine Krankheit nicht mit Bitternis, sondern, wie ein Korn, das in die Erde fällt, mit Lebenswillen und Disziplin. Dazu gehörten für ihn Geselligkeit, Humor und Heiterkeit, die ihn bei seinen Weggefährten etwa in der Theatergruppe Derndorf und Litzldorf und in der Gemeinschaft der Liedertafel Bad Feilnbach und überall dort, wo er sich aktiv einbrachte und angenehme Spuren in Vereinen und Gemeinschaften hinterließ.
Erholung fand Georg Kurz in der Bergwelt und mit Freunden beim Skifahren in Südtirol. Christoph Rastinger erinnerte sich an nette Begebenheiten von Ausflügen, bei denen der Kurz Schorsch über 100 Lieder in Perfektion sang und Mitreisende zum Singen inspirierte.
Eine große Lücke verbunden mit tiefer Trauer hinterlässt er bei den Sängerkameraden und langjährigen Freunden der Liedertafel Bad Feilnbach. Unter der Leitung von Elisabeth Huber nahm der traditionsreiche Männergesangverein mit dem Lied „Jetzt muss ich aus mein Haus“ und dem Sängerspruch Abschied von seinem begnadeten Sänger im ersten Tenor und Ehrenmitglied. Kurz hatte auch einst den „Vier-Gsang“ initiiert.
Verbundenheit beim letzten Geleit und am offenen Grab bekundeten Fahnenvereine, die Valleyer Sänger, der Wasserbeschaffungsverein Derndorf-Litzldorf, der Obst- und Gartenbauverein Au-Dettendorf, die Musikvereine Au und Bad Feilnbach sowie der Frühschoppenverein. pes