Laurentiuskirche steht auf unsicherem Fundament

von Redaktion

In der Laurentiuskirche in Feldkirchen bröckelt Putz von der Decke. Ein Gerüst sichert den Altarraum. Erste Untersuchungen deuten auf ein massives Problem hin: Das Gotteshaus steht womöglich auf Bauschutt statt auf einem tragfähigen Fundament.

Feldkirchen-Westerham – Neben der Kirche in Unterlaus, deren Deckengewölbe einen größeren Riss aufweist, bereitet dem Pfarrverband Feldkirchen-Höhenrain-Laus ein weiteres Gotteshaus in seinem Zuständigkeitsbereich derzeit Sorgen. Seit einigen Wochen stützt ein 16 Meter hohes und 16 Meter breites Stahlgerüst den Altarraum der Laurentiuskirche in Feldkirchen.

Notmaßnahme zum Schutz des Altardienstes

Von der Decke bröckelnder Putz machte nach Auskunft von Kirchenpfleger Holger Dietl diese Notmaßnahme erforderlich, die nicht zuletzt dem Schutz des Altardienstes vor Verletzungen durch herabfallende Mauerteile dient. „Der größte Brocken, der zu Boden fiel, war etwa pflaumengroß“, berichtete er bereits zu Beginn des Jahres.

Ehe das Gerüst in der Kirche errichtet wurde, musste sie aus Sicherheitsgründen für vier Tage gesperrt werden. Danach konnte die Kirchengemeinde wieder Gottesdienste in ihr feiern, der Altarraum blieb jedoch für einige Zeit durch einen Bauzaun abgetrennt. Als Altar diente vorübergehend ein schlichter Tisch, der vor dem Zaun stand.

Ursachenforschung
am Deckengewölbe

„Der Einbau des Stahlgerüstes war auch die Voraussetzung hierfür, dass Fachleute den Schaden jetzt genauer unter die Lupe nehmen konnten“, berichtet Michael Liegl, Verwaltungsleiter des Pfarrverbandes. Rund zwei Wochen untersuchten die Experten das Deckengewölbe, das bereits seit 2005 mithilfe eines sogenannten Riss-Monitorings beobachtet wird.

Laut Kirchenpfleger habe dies all die Jahre keine Auffälligkeiten ergeben. Jetzt sollen nach seiner Auskunft sogenannte „Riss-Uhren“ im schadhaften Bereich des Gewölbes angebracht werden, von denen sich die Experten neue Erkenntnisse über die Ursache für den abbröckelnden Putz erwarten.

Parallel zur Überprüfung des Gewölbes wurde mit einer begleitenden Baugrund-Untersuchung begonnen. Eine Schürfgrube, die etwa 2,50 Meter Tiefe erreichte, soll Aufschluss über die Bodenbeschaffenheit geben und letztlich bei der Klärung der Frage helfen, ob der Untergrund der Kirche mit den Schäden am Deckengewölbe in Zusammenhang zu bringen ist.

Auf Detailergebnisse wartet der Kirchenpfleger zwar noch, erste Aussagen der Fachleute stimmen ihn allerdings nicht gerade optimistisch mit Blick auf das zu erwartende Maßnahmenpaket. „Die haben kein tragfähiges Fundament gefunden. Die Bodenplatte der Kirche steht auf Bauschutt“, sagt Dietl. Deshalb müsse jetzt im Bereich der Schürfgrube per Hand tiefer gegraben werden. „Mit dieser Maßnahme soll geklärt werden, ob eventuell ein nach innen versetztes Fundament vorhanden ist“, berichtet der Kirchenpfleger.

Etwas günstiger stellt sich die Situation im Bereich des Kirchturmes dar, der nach Auskunft des Verwaltungsleiters „bereits seit längerer Zeit ein Feuchtigkeitsproblem aufweist“. Holger Dietl kann für diesen Teil des Gotteshauses leichte Entwarnung geben. „Der steht auf einem tragfähigen Untergrund.“

Allerdings hätte die Baugrunduntersuchung auch ergeben, dass die Regenrohre im Untergrund ein Problem darstellen, so Dietl. Das Wasser schwemme feines Material aus, während der Schutt liegen bleibe. Das sei für die Stabilität des Untergrundes sicherlich nicht von Vorteil.

„Wir müssen schauen, dass wir das Regenwasser wegbekommen. Geeignete Maßnahmen zur Erreichung dieses Zieles haben vordringlichen Charakter“, sagt deshalb Verwaltungsleiter Michael Liegl. Zu welchem Ergebnis auch immer die noch ausstehenden Detailuntersuchungen führen, eines steht für Kirchenpfleger Holger Dietl bereits fest. „Wir lösen das Problem sicher nicht in 14 Tagen.“ Das Stahlgerüst in der Kirche werde deshalb noch längere Zeit benötigt.

Langwierige Sanierung und unklare Kosten

Auch was die Kosten von anstehenden Sanierungsmaßnahmen betreffe, sei zu befürchten, dass sie deutlich höher ausfallen könnten, als man gehofft habe. Für eine exakte Prognose sei es jedoch zu früh. „Erst wenn wir genau wissen, was zu tun ist, können wir über Geld reden“, sagt Verwaltungsleiter Michael Liegl.

Parallelen zur ebenfalls anstehenden Sanierungsmaßnahme in Unterlaus sieht Liegl durchaus. „Ohne Hilfe des Ordinariats wird das nicht funktionieren“, ist der Verwaltungsleiter überzeugt. Voraussetzung hierfür sei wiederum eine Eigenbeteiligung der Pfarrgemeinde. „Nur dann gibt es Geld aus München“, weiß Liegl.

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