Bruckmühl – Die schockierenden Ereignisse von Anfang März sorgen auch drei Monate später für Betroffenheit. Im Rahmen eines SEK-Einsatzes in der Straße „Am Eichpold“ sowie eines Großaufgebots an Polizei, Rettungsdiensten, Feuerwehr und Wasserwacht wurde damals rund um ein Wohnhaus eine vermisste 71-jährige Chinesin in einem naheliegenden Bach tot aufgefunden. Nach den gerichtsmedizinischen Untersuchungen war man rasch davon ausgegangen, dass die Frau „gewaltsam zu Tode kam“, hieß es damals seitens des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.
Eine noch größere Dimension erlangte das mutmaßliche Mord-Drama, nachdem kurze Zeit später ein 42-jähriger Tatverdächtiger aus München festgenommen werden konnte. In dessen Wohnung fand die Polizei schließlich den vermissten Ex-Mann (82) der Toten – gefesselt und schwer verletzt. Über die genauen Hintergründe der Tat war bislang nicht viel bekannt. Daran hat sich auch weiterhin nichts geändert.
„Die Ermittlungen
dauern weiter an“
Denn auch wenn die Soko „Bach“, die für den Fall eigens eingerichtet wurde und die rund 35 Polizeibeamte umfasst, tagtäglich an dem Fall arbeitet, sind hintergründige Informationen bislang, zumindest für die Öffentlichkeit, rar gesät. „Die Ermittlungen dauern weiter an“, erklärte nun ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd gegenüber dem OVB. Zu konkreten Erkenntnissen im laufenden Ermittlungsverfahren könne man jedoch, „nach Rücksprache mit der sachleitenden Staatsanwaltschaft“, derzeit keine Auskunft geben. Dies gilt auch für die Frage, ob oder inwiefern sich der 42-jährige Tatverdächtige mittlerweile zur Tat geäußert hat. Auch hier gibt die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ derzeit keine Informationen weiter.
Einige Wochen nach der Tat jedenfalls hatte der Tatverdächtige, in dessen Wohnung der 82-Jährige gefesselt gefunden wurde, noch keinerlei Angaben gemacht, wie ein Polizeisprecher auf OVB-Nachfrage damals mitteilte. In welchem genauen Verhältnis der Mann zur Toten und zum 82-Jährigen steht, gilt es auch weiterhin zu klären. Sicher ist indes nur, dass kein verwandtschaftliches Verhältnis besteht. Denn auch zu den genauen Hintergründen der Tat können die Behörden aktuell aus ermittlungstaktischen Gründen nichts sagen.
82-Jähriger noch immer in
medizinischer Behandlung
Während sich der Tatverdächtige weiterhin in Untersuchungshaft befindet, bleiben auch mehrere Monate nach der schockierenden Tat in Bruckmühl zahlreiche Fragen unbeantwortet. Nachbarn hatten sich Anfang März Sorgen gemacht, da sie länger nichts von beiden Senioren gehört hatten. Nachdem die 71-Jährige dann tot in einem angrenzenden Bach aufgefunden wurde, ergaben sich durch die folgenden Untersuchungen Anhaltspunkte dafür, dass die Frau gewaltsam zu Tode kam. Der 82-jährige Ex-Mann, den die Polizeikräfte aus der Münchner Wohnung des Tatverdächtigen befreit hatten, befand sich auch einige Wochen danach noch im Krankenhaus. Und auch jetzt befindet sich der ältere Mann weiterhin in medizinischer Behandlung, erklärte hierzu ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd.