Bad Feilnbach – Bad Feilnbachs weithin sichtbares Markenzeichen ist das Wendelsteinmassiv, dessen Silhouette einer makellos reinen „Schlafenden Jungfrau“ ähnelt. Legenden und Sagen ranken sich um das friedlich ruhend liegende Fräulein. Markus Scheble, Vorsitzender des Edelweißvereins Bad Feilnbach, und Martin Gasteiger inspirierte diese Szene vor ihrer Haustüre zu einem bayerischen Singspiel mit dem Titel „Schlafende Jungfrau“. Dieses faszinierte am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher und Liebhaber herausragender Laienschauspielkunst.
Benefizprojekt mit
namhafter Unterstützung
Mit langanhaltenden Ovationen feierten die beiden Autoren und zugleich wirkenden Regisseure zusammen mit den Protagonisten eine leistungsbetonte und überaus gelungene Premiere. Der große Applaus galt ebenso dem gemischten Chor unter der Leitung von Barbara Kolb sowie allen beteiligten Musikern, einschließlich einer „Oimkirta-Besetzung“. Bleibende Spuren der Begeisterung hinterließ die Uraufführung bei Landrat Otto Lederer und seiner Gattin sowie bei Bad Feilnbachs Drittem Bürgermeister Christian Bergener mit Familie und bei Theaterspielern benachbarter und befreundeter Bühnen.
Im Jahr 2015 feierte die Dorfgemeinschaft ihr erfolgreiches Stück „Vergesst mir die Armen nicht“ aus Anlass des 1.250-jährigen Bestehens des Ortes Wiechs. Erneut brannte in der Dorfgemeinschaft zusammen mit den Theaterspielern des Edelweißvereins das Blut für ein großes heimatverbundenes Bühnenwerk im Sinne einer Benefizveranstaltung. Dieses besondere Projekt, dessen Erlös sowie Spenden der Bergwacht Bad Feilnbach und dem Förderverein der Sing- und Musikschule Bad Feilnbach zugutekommen, reizte den Bayerischen Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber (FW), zur Übernahme einer Schirmherrschaft.
Sichtbare Zeichen als „Dorfgemeinschaft im Theaterfieber“ setzten eine einzigartige Bergkulisse mit Almhütte, Platz für Musik und Chor am Acher-Anwesen sowie eine große Zuschauertribüne und Verköstigungs- und Erfrischungsstationen auf der Wiese vor dem „Bochofen“ in der Flurstraße. Das besondere heimatverbundene Ambiente unter freiem Himmel, erstellt von emsigen Bühnenbauern, Bühnentechnikern und vielen Helfern, verwunderte manche Radltouristen und Wanderer, die in den vorangegangenen Tagen entlang der Flurstraße zogen.
Unverkennbar wohl auf der Bühne fühlte sich das 23-köpfige Ensemble an Darstellern, die mit Herz und Liebe zum Stück, ob als Kind, Jugendlicher, Erwachsener oder Senior, passend in ihre zugeordnete Rolle schlüpften und ihre Charaktere verkörperten. Spürbar war in den jeweiligen, auch mit Applaus bedachten Szenen die Verbundenheit zur Heimat.
Ein teuflischer Plan
nimmt seinen Lauf
Der Teufel ist es, der nach ultimativem Triumph über die göttliche Schöpfung giert und auch eine makellos reine und gütige Seele ins Verdammnis reißen will. Gelingt ihm dieser finstere und hinterlistig geführte Raub, bricht das Fundament der Welt zusammen. Denn wenn das absolut Gute in der Hölle enden kann, verlieren Ehrlichkeit, Tugend und Glaube jeden Sinn und die Menschlichkeit stürzt in tiefe Resignation und Chaos. In der Bergwelt nimmt der Plan des teuflischen Versuchers seinen Lauf. Aus Brüdern und Freunden werden Feinde und Rivalen; statt Liebe und Herz bestimmen Eifersucht, Zweifel und Hass. Das Schicksal ruht auf den Schultern einer reinen Jungfrau, die als Beispiel der Hoffnung ihr Leben dem Herrgott schenkt.