Eiselfing – Viel los war an diesem Samstag in der Gemeinde beim bislang größten bayerischen Landeswettkampf der Rettungskräfte der Johanniter. Rund 680 Teilnehmer, Schlachtenbummler und mitfiebernde Gäste verwandelten Eiselfing zeitweise in einen pulsierenden Ort voller Wettkampffieber. Unter Federführung des Ortsverbands Oberbayern Südost und mit Unterstützung von Schule, Gemeinde, örtlichen Vereinen und dem Kindergarten kämpfte man in sechs Kategorien um den Titel „Beste Retter Bayerns“.
Zwei Teams aus
Wasserburg erfolgreich
Gleich zwei Teams aus Wasserburg sicherten sich dabei je einen zweiten Platz in der Kategorie der Rettungshundestaffeln und der Ersthelfer von morgen. Bereits am Freitag waren die 302 Teilnehmer und Betreuer angereist und hatten nach einer Welcome-Party vor der Turnhalle im gesamten Schulhaus Quartier bezogen. Über 300 weitere Johanniter waren am Samstag zusätzlich als Helfer tätig.
Eingebettet waren die Wettkämpfe in die parallel stattfindende Eiselfinger Festwoche. Deshalb waren auch zwei Stationen der Gemeinderallye Bestandteil der verschiedenen Aktionen. Traditionell gehört bei den Johannitern ein Gottesdienst an den Anfang des Wettkampftages. Diesmal war dieser musikalisch umrahmt vom Jugendchor der Wasserburger Kirchengemeinde und wurde vom Landespfarrer Michael Thoma und von Dekanin Dagmar Häfner-Becker gestaltet. Diese stellte die Bedeutung der Hilfe in den Vordergrund, die man bei den Menschen suchen könne sowie bei Gott.
Der sei immer da, bei allem Tun, wenn Hilfe nötig sei. „Wir haben so viele Mannschaften wie noch nie bei einem Landeswettkampf“, hob Landesvorstand Dr. Johannes von Erffa in seiner Eröffnungsansprache hervor. Diese rege Teilnahme wäre nicht möglich gewesen ohne die hervorragende Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vor Ort, betonte er. „Wir sind wirklich stolz, dass dieser Wettkampf hier bei uns im Ort stattfinden kann“, griff dies Bürgermeister Georg Reinthaler in seinem Grußwort auf. „Wenige Tage nach der Anfrage sei für uns klar gewesen: ‚Wir sind dabei, wir unterstützen das gerne‘“, ergänzte er.
Zudem sei er beeindruckt von der guten Stimmung und freue sich darüber, dass sich die Johanniter auch noch mit zwei Stationen an der Gemeinde-Rallye im Rahmen der Eiselfinger Festwoche beteiligten. Die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer lobte die Vielfältigkeit der Johanniter, die als wertvolle Hilfe im Landkreis und in der Region gar nicht mehr wegzudenken wären. Nach einem einleitenden gemeinschaftlichen schriftlichen Test in der Turnhalle ging’s dann an die Praxis. In der Kategorie C Ersthelfer von morgen traten dabei die Jüngsten an und bewiesen bei Kreativaufgaben und beim Kooperativtest ihre Teamfähigkeit, natürlich auch unter Einbeziehung von ein wenig Erster Hilfe.
Die Nachwuchsretter aus der Kategorie Ersthelfer der Jugend (11 – 18 Jahre), die häufig auch als Schulsanitäter aktiv sind, zeigten ihr Können in unterschiedlichen Praxis-Tests. Dazu zählte unter anderem auch die ordnungsgemäße, Leben rettende Herz-Lungen-Wiederbelebung und die Handhabung eines Defibrillators. Sanitätshelfer ab 15 Jahren mit ihrem ehrenamtlichen Engagement im Bevölkerungsschutz oder beim Sanitätsdienst maßen sich in unterschiedlichen Praxis-Aufgaben.
Rettungs- und Notfallsanitäter, also Einsatzkräfte aus dem Bevölkerungsschutz, dem Rettungs- und Sanitätsdienst mit einer Ausbildung zum Rettungs- oder Notfallsanitäter, traten in der Kategorie S an. Sie mussten in anspruchsvollen Notfallszenarien zeigen, was sie draufhatten. Hierzu gehörte auch eine patientengerechte Rettungsübung. Natürlich waren auch die ‚Retter mit der feuchten Schnauze‘ und ihre Hundeführer mit dabei. Die Rettungshundestaffeln aus der Kategorie H zeigten ihr Können bei Verweis- und Gewandtheitsübungen sowie beim Orientierungstest. Mitarbeiter aus Kindertages- sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen traten in der Kategorie E gegeneinander an.
Ein hoch zufriedener
Ortsbeauftragter
Auch hier ging es bei mehreren Praxis-Tests unter anderem um Erste Hilfe. Die jeweiligen Landessieger, die am Abend vor der abschließenden Party von Landesvorstand, Wettkampf- und Landesjugendleitung ihre Urkunden ausgehändigt bekamen, dürfen Bayern nun beim bundesweiten Tag der Johanniter 2027 vertreten. Hoch zufrieden zeigte sich der Ortsbeauftragte des Johanniter-Ortsverbands Oberbayern Südost, Ralph Bernatzky. Er freute sich, dass alle Herausforderungen gemeistert worden seien und dass trotz des widrigen Wetters am Vortag alle Vorbereitungen erfolgreich waren. Es habe großen Spaß gemacht, war seine kurze aber doch alles einbeziehende Bilanz. Joachim Herrmann, bayerischer Staatsminister des Innern für Sport und Integration, hatte als Schirmherr der Veranstaltung bereits im Vorfeld des ‚Tags der Johanniter‘ seine Anerkennung für die Rettungskräfte ausgesprochen. Es seien viele Stunden professionelle Ausbildungen und regelmäßige Übungen nötig, um bei den Einsätzen routiniert und fokussiert vorzugehen, stellte er fest. Diese ehrenamtliche Tätigkeit rette teils Leben und könne nicht genug wertgeschätzt werden.