von Redaktion

Neulich hatte ich richtig Glück: Als ich von meinem Morgenbad im See zurückwatschelte, entdeckte ich auf einer Bank am Ufer den Rest eines frischen Butterhörnchens. Das hatte offenbar ein Zweibeiner liegen gelassen. „So was Feines habe ich lange nicht schnabuliert“, quakte ich später zu meiner Entenfreundin Klara. „Da hast du wirklich Schwein gehabt“, schnatterte sie zurück. Wenn Zweibeiner das sagen, dann meinen sie: Da hast du aber Glück gehabt. Doch woher kommt die Redewendung? „Wie so oft weiß das heute keiner mehr so genau“, verriet uns die Biberin Frau Dr. Raspelzahn. „Es gibt mehrere Erklärungen, die infrage kommen.“ So war es vor ein paar hundert Jahren für sehr viele Leute ein großes Glück, ein Schwein zu haben. Nicht jeder konnte sich Fleisch leisten. Schweine waren also wertvoll. Wenn jemand sagt, er habe Schwein gehabt, dann ist damit aber auch oft ein eher unverdientes Glück gemeint. Das könnte von einer Tradition stammen, die früher in manchen Orten gepflegt wurde. „Bei Wettbewerben hat damals nicht nur der Gewinner etwas bekommen“, sagte die Biberin. Auch der Letzte bekam etwas – und das war eben oft ein Schwein. Das war also so eine Art Trostpreis, wenn auch ein ziemlich üppiger. „Unverdient oder nicht“, schnatterte ich. „Das Butterhörnchen hat jedenfalls vorzüglich geschmeckt.“ Eure Paula

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