Guttenberg zur Plagiatsaffäre: „Jetzt ist auch mal gut“

von Redaktion

Kulmbach – Auf diesen Moment musste er lange warten. Nach sechseinhalb Jahren Abstinenz ist Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gestern auf die politische Bühne zurückgekehrt. Zumindest ein bisschen – als Wahlkampfhelfer der CSU. 1200 Menschen hörten ihm in der voll besetzten Stadthalle im oberfränkischen Kulmbach zu. Der 45-Jährige sprach über Kanzlerin Merkel, Ex-Kanzler Schröder – und über sich selbst.

Die Plagiatsaffäre, über die der einstige CSU-Hoffnungsträger stolperte, betrachtet er als endgültig abgeschlossen. „Ich habe alle Konsequenzen ertragen“, sagte er. „Aber ich darf auch nach so langer Zeit für mich sagen, jetzt ist auch mal irgendwann gut.“ Guttenberg sprach von einem „absolut selbst verursachten“ Fehler und von „Spott und Häme“, die er abbekommen habe. Zugleich kokettierte er: Er stehe bewusst vor und nicht hinter dem Rednerpult. Schließlich wolle er nicht Gefahr laufen, eine „abgeschriebene Rede“ vorzutragen.

Für Kanzlerin Angela Merkel (CDU) fand Guttenberg lobende Worte. Deutschland, sagte er, sei bei seiner „ehemaligen Chefin“ in den besten Händen. Merkel gehe an außenpolitische Probleme heran, wie er es von keinem anderen Politiker kenne. „Wenn jemand mit Alphatieren, die vor Kraft nicht laufen können, umgehen kann, dann sie. Ich habe das am eigenen Leib erfahren.“

Derweil kritisierte er Alt-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) wegen seines geplanten Engagements beim russischen Ölkonzern Rosneft. Er wundere sich, dass so wenig Gegenwind aus der SPD komme, sagte er und witzelte dann: „Alte Liebe Rosneft nicht.“

Guttenberg will im Wahlkampf mehrere Termine in Bayern absolvieren. Zum Wahltermin am 24. September werde er aber wieder in den USA sein. Dort habe er sich ein neues Leben aufgebaut. lby/mmä

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