von Redaktion

„Hast du auch einen Wattwurm gesehen?“ Mit dieser Frage begrüßte mich heute Franz-Josef. Ich hatte den Karpfen seit meinem Urlaub an der Nordsee nicht gesehen. Dort, im Wattenmeer, zieht sich das Wasser bei Ebbe immer ein Stück zurück. Dann sieht man eine große Fläche aus Schlamm, Schlick und Tümpeln: das Watt. Und dort, so quakte ich es dem Karpfen, hatte ich tatsächlich überall kleine Häufchen gesehen. „Ach, die sind doch von den Wattwürmern“, kreischte mir eine Möwe. Sie verriet mir, dass es im Wattenmeer so viele davon gibt, dass sie zusammen das komplette Watt in einem Jahr umgraben. Dieses besteht zum größten Teil aus Sand. Die Wattwürmer scheiden darum Sandschnüre aus – die Häufchen, die ich gesehen hatte. Zum Glück leben im Watt auch viele Kleinstlebewesen und Bakterien, ein Festschmaus für die Wattwürmer. Die wohnen in U-förmigen Röhren. An deren Eingang bildet sich ein Trichter, in den ständig Sand nachrutscht. Der Wurm, der unten im Schlick wartet, muss zum Fressen nur das Maul aufsperren. Am anderen Ende der Röhre hat der Wurm sein Klo: Wenn er muss, kann er sich dort erleichtern. Daher kommen die vielen Häufchen, die ich gesehen hatte. Dass es so viele davon gibt, ist kein Wunder: Im Watt leben wohl etwa 138 Milliarden Wattwürmer – das sind fast 19 Mal mehr, als es Zweibeiner auf der Erde gibt. Eure Paula

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