Unterföhring – Bedrückend und lang ist die Indizienkette, die die Mordkommission in den letzten Tagen gegen Key Account Manager Konstantin V. (32) zusammengetragen hat. Beatrice F. ist vermutlich bereits in der Nacht auf Samstag erdrosselt worden. Anschließend wurde sie zum Feringasee gebracht und dort angezündet. Landschaftsgärtner fanden ihre Leiche am Montagmittag auf einem Parkplatz nahe dem See im Landkreis München. Die 35-Jährige konnte nur noch über ihren Zahnstatus identifiziert werden. Beatrice und Konstantin waren viele Jahre lang ein Paar gewesen. Ihre Familien stehen vor einem Rätsel. Das Protokoll eines Dramas:
-Ihre ersten Jahre
Sie waren zwei attraktive, gut ausgebildete und erfolgreiche Menschen, denen die Zukunft offenzustehen schien. Beatrice F. wuchs in Sachsen auf, machte eine Ausbildung zur Speditionskauffrau – eine hübsche und ehrgeizige Frau mit einem großen Freundeskreis und jeder Menge Internet-Profile. Zuletzt arbeitete sie als Advanced Project Managerin bei einem Auto-Zuliefer-Konzern in Freimann. Im oberfränkischen Rehau kreuzten sich im Jahr 2009 ihre Wege mit denen des Jung-Managers Konstantin V. Er spricht vier Sprachen, studierte in Hof und Frankreich und war Bezirksleiter für Aldi-Nord. Gemeinsam gingen sie 2011 nach München, wo Konstantin V. zuletzt als Manager bei einem Büroausstattungs-Konzern arbeitete. In Denning mieteten sie ein Haus. Zusammen spielten sie Golf. Finanziell hatten sie keine Sorgen. Doch hinter der Fassade von Erfolg und Glück gab es offenbar große Probleme.
-Der Wendepunkt
Auf der Suche nach dem Motiv durchforstet die Mordkommission gerade den Freundeskreis. Offensichtlich scheint es in letzter Zeit in der Beziehung zu massiven Problemen gekommen zu sein. Die kontaktfreudige Beatrice ging offenbar immer öfter eigene Wege, möglicherweise stand eine Trennung im Raum. Das letzte Lebenszeichen von ihr stammt vom Freitagabend. Da war sie mit ihrem BMW zu einer Freundin gefahren – allein. Von dort aus wollte sie heimfahren. Die Nacht hat sie aber nicht überlebt.
-Die Eskalation
Seit der Festnahme von Konstantin V. am Mittwoch durchforstet die Spurensicherung das Wohnhaus des Paares. Denn hier wurde Beatrice F. nach Überzeugung der Mordkommission in der Nacht von Freitag auf Samstag erdrosselt. Darauf weisen Spuren hin, über die Oberstaatsanwältin Anne Leiding und der Erste Kriminalhauptkommissar Herbert Linder noch keine Details verraten wollen. Denn ein Geständnis gibt es nicht. Der Anwalt hat Konstantin V. vorerst geraten, nicht auszusagen. Vermutlich kam es in der Mordnacht zu einem heftigen Streit. Womit Beatrice F. erdrosselt wurde, ist unklar. Vermutlich hatte sie mit diesem Angriff nicht gerechnet.
Die Mordkommission geht davon aus, dass sie noch in der gleichen Nacht zum Parkplatz am Feringasee gebracht wurde. Die Autos des Paares – ein BMW und ein Audi – werden kriminaltechnisch untersucht.
Der Täter überließ nichts dem Zufall. Die tote Frau wurde mit einer größeren Menge Brennstoff übergossen und komplett verbrannt. So hoffte der Täter, alle Spuren vernichten zu können. Wie dieser barbarische Akt zu dem freundlichen Konstantin V. passen soll, ist schwer nachvollziehbar. Erst am Montag meldete er seine Freundin dann vermisst. Bei der Vernehmung am Mittwoch verwickelte er sich in Widersprüche. Nachmittags wurde ihm die Festnahme erklärt. Die nahm er wortlos hin. Die Staatsanwaltschaft München I beantragte Haftbefehl wegen Mordes und begründete ihn mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr – „wegen der zu erwartenden hohen Haftstrafe“, so Anne Leiding. Am Donnerstag wurde V. dem Haftrichter vorgeführt. Er sitzt nun in U-Haft.