Augsburg – Bei einer Kollision zweier Züge sind gestern Mittag nahe dem Augsburger Hauptbahnhofs vier Personen leicht verletzt worden. Um 12.55 Uhr war aus noch unbekannter Ursache ein DB-Regionalzug bei einer Rangierfahrt mit einem Zug der Bayerischen Regiobahn (BRB) seitlich kollidiert. In der Regiobahn, die gerade in Richtung Schongau gestartet war, saßen insgesamt 13 Fahrgäste. Drei von ihnen sowie der Lokführer erlitten einen Schock und mussten ärztlich behandelt werden.
Durch die Kollision sprang bei dem BRB-Zug eine Achse von den Gleisen. Das ließ sich schnell beheben, der Zug wurde ins nahe Betriebswerk geschleppt, das die Bayerische Oberlandbahn in Augsburg betreibt. Die BRB gehört zur Oberlandbahn. Der DB-Steuertriebwagen hingegen kippte zur Seite. „Da muss ein Kran ran“, sagte ein DB-Sprecher. Die Unfallursache ist noch unklar. Ein BOB-Sprecher sagte gegenüber unserer Zeitung allerdings: „Offensichtlich war eine Weiche falsch gestellt.“
Der Unfall traf die Bahn an einer neuralgischen Stelle zwischen dem Haltepunkt Augsburg-Oberhausen und dem Hauptbahnhof. Ungefähr hier teilen sich auch die Ferngleise – ein Teil führt Richtung Ulm/Stuttgart, ein Teil Richtung Donauwörth/Treuchtlingen. Die Bahn musste das gesamte Gleisfeld in beiden Richtungen sperren und Fernzüge weiträumig beispielsweise über Ingolstadt umleiten.
Erst im Laufe des Dienstags könne die Sperrung wohl aufgehoben werden, schätzte der DB-Sprecher gestern. So lange werde es dauern, die Unfallstelle auf Schäden zu untersuchen – Oberbau, Schienen und die Oberleitung. DB Regio richtete einen Busersatzverkehr zwischen Augsburg-Oberhausen und Hauptbahnhof ein. Regionalzüge zwischen Augsburg und München fahren wie gewohnt. dw