Münchner BauernmarktMeile

Ein Tag zum Schmecken und Entdecken

von Redaktion

von Josef Ametsbichler

München – Im Akkord packt Siegfried Biermeier Honiggläser in braune Papiertüten. Der Imker aus Niederbayern strahlt an diesem Tag über das ganze Gesicht – das Geschäft brummt wie sonst nur seine Bienen. So geht es allen Landwirten und Schmankerl-Verkäufern, die bei der jährlichen Bauernmarktmeile ihre Stände aufgebaut haben. Milder Herbstsonnenschein und eine Stadt in Oktoberfeststimmung: Die Münchner Ludwigstraße und der Odeonsplatz sind schnell mit hungrigen, neugierigen und einkaufswilligen Besuchern gefüllt. Das Sprachenwirrwarr in der Menge macht hörbar, dass auch viele Touristen die Wiesn für die Bauernmarktmeile ein paar Stunden links liegen lassen – wohl angezogen von dem Duft von Honig, Käse, Gebratenem und Gebackenem, der durch die Innenstadt zieht.

Die Händler freut’s. Während das Team der Allgäuer Käserei Kraus ein Päckchen ihres „Kraustaler“ nach dem anderen über die Theke reicht, muss Kürbisbauer Georg Loferer (28) aus Rohrdorf bei Rosenheim mehr erklären: 50 verschiedene Kürbissorten hat er an seinem Stand aufgereiht, gut doppelt so viele baut er auf seinem Hof an. „Das ist ein Eden Blue, der schmeckt am besten paniert und gebraten wie ein Schnitzel“, rät er einem Neugierigen mit Blick auf ein graublaues Exemplar.

Der Markt ist für viele eine willkommene Gelegenheit, mit den Bauern ins Gespräch zu kommen und sich über die Produkte schlauzumachen – seien es Kürbisse aus dem Inntal, gedrechselte Holzfiguren aus Niederbayern oder Yak-Wurst aus dem Landkreis Mühldorf. So viel regionale Vielfalt auf einem Haufen – das schafft nicht einmal der Viktualienmarkt.

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