Für uns Enten seid ihr Menschen manchmal ein Rätsel. So auch neulich, als mir eine Kollegin von der Zeitung einen Spielwaren-Katalog in den Flügel drückte. „Hier, kannst du haben“, sagte sie. Ich freute mich und nahm das dicke Heft mit an den See. Dort blätterte ich es mit meinen Entenfreundinnen Agnes und Klara durch. „Die Sachen hier sind offenbar für Mädchen“, quakte Klara. „Aber warum ist da alles rosa und mit Glitzer?“ Klara mag beides. Doch das war selbst ihr zu viel. „Haben alle Mädchen die gleiche Lieblingsfarbe? Wie langweilig“, quakte sie und zeigte mit dem Flügel auf eine Seite mit spielenden Buben. „Ich mag zwar Einhörner“, quakte sie. „Aber etwas zu bauen, so wie die Buben hier auf dem Bild, das macht mir auch viel Spaß.“ Und Klara kann das gut. „Es stimmt eben nicht, dass Technik nur Erpelsache ist.“ Das sieht man an ihrem Nest, das ein Kunstwerk ist: Fein säuberlich ist es zwischen Schilfhalmen eingeflochten, stabil und schön. „Ich habe lange geübt, bis ich das so gut konnte“, schnatterte Klara. „Schon als Küken habe ich viel mit Halmen gespielt und die wildesten Dinge gebaut.“ Heute tauscht sie sich gern mit Frau Dr. Raspelzahn über Tricks beim Bauen aus. Die Biberin ist darin eine Meisterin. „Schade, dass immer noch viele Menschen denken, nur Buben und Männer können technisch geschickt sein“, quakte Klara. „Sie sollten Mädchen und Frauen mehr zutrauen.“ Eure Paula