München – Sie wurden am Sonntag auf TV-Bildschirmen nur unter den „Sonstigen“ zusammengefasst, was viele ärgert: Am Sonntag standen in Bayern neben CSU, SPD, Grüne, FDP, AfD und den Linken auch 15 Kleinparteien zur Wahl. Nur zwei davon, die Freien Wähler und „Die Partei“, die Satiretruppe um Martin Sonneborn, erzielten einen Achtungserfolg.
Die FW erhielten im Freistaat 2,7 Prozent Zweitstimmen, bundesweit war es ein Prozent. Tapfer wertet Spitzenkandidat Hubert Aiwanger, zugleich Landes- und Fraktionschef der FW in Bayern, dies als positiv. „Wir haben unser Ergebnis von vor vier Jahren bestätigen können.“ Er betonte, dies sei nicht der letzte Versuch gewesen, es in den Bundestag zu schaffen. „Auch für den Einzug in den Bayerischen Landtag waren mehrere Anläufe notwendig.“
„Die Partei“, die in Bayern allenfalls durch provokative Plakate auffiel, kam in Bayern nur auf 0,2 Prozent. Bundesweit gesehen lief es etwas besser: 1,0 Prozent! In absoluten Stimmen gesehen wählten über 450 000 Wahlberechtigte die Nonsens-Partei, die daher Anspruch auf Gelder aus der staatlichen Parteienfinanzierung hat – die Grenze dafür liegt bei 0,5 Prozent.
Da hat die konservative Umweltpartei ÖDP Pech: Sie erhielt in Bayern zwar immerhin 0,9 Prozent, bundesweit aber nur 0,3 Prozent und geht leer aus. „Ein bitteres Ergebnis“, erklärte ÖDP-Landeschef Bernhard Suttner.
Mit BP ist kein Mineralölkonzern gemeint, vielmehr ist es das Kürzel der altehrwürdigen Bayernpartei, die in Bayern nicht über 0,8 Prozent hinauskam. Nicht viel besser erging es der Vegetarier-Partei (V-Partei3) mit ihrer 89 Jahre alten Leitfigur Barbara Rütting. Die ehemalige Schauspielerin trat nicht als Direktkandidatin auf – vielleicht ein Fehler. Bayernweit kam die Veganer-Partei auf 0,2 Prozent, im Bund reichte es nur zu 0,1 Prozent. Und was ist eigentlich aus den Piraten geworden? Einst hieß es, sie kaperten die deutsche Parteienlandschaft. Von wegen – im Bund wie in Bayern sind sie auf 0,4 Prozent gesunken. Die erfolgloseste Partei aber ist die PDV, die bundesweit nur 532 Stimmen erhielt. Ausgeschrieben heißt der Parteiname „Partei der Vernunft“ – ausgerechnet. dw