Kurzschluss im AKKU

E-Zigarette explodiert – Mann verletzt

von Redaktion

Von Beatrice Ossberger

Aschaffenburg – Schmerzhaftes Ende eines Spaziergangs: Am Sonntagnachmittag war ein Aschaffenburger in einer Parkanlage unterwegs, als plötzlich die E-Zigarette, die er in der Hosentasche trug, explodierte. Der 29-Jährige erlitt dabei schwere Verbrennungen am rechten Oberschenkel und der rechten Hand. Per Hubschrauber wurde der Mann in eine Spezialklinik gebracht. Die Polizei vermutet, dass ein Kurzschluss im Akku die Explosion ausgelöst hat.

Der Unfall in Aschaffenburg ist kein Einzelfall. Immer wieder machen explodierende E-Zigaretten Schlagzeilen. So wie im vergangenen Jahr, als in Köln ein 20-Jähriger schwere Schnittverletzungen im Gesicht erlitt und acht Zähne verlor. Die E-Zigarette war dem jungen Mann beim Rauchen explodiert. Gleiches passierte dem dreifachen Familienvater Andrew Hall aus dem US-Bundesstaat Idaho. Als Warnung stellte der 30-Jährige die Fotos seiner schweren Verletzungen auf seine Facebook-Seite. Und dann gab es noch den Fall in Großbritannien, bei dem das Auto eines Lehrers in Flammen aufging. Die Feuerwehr stellte später eine explodierte E-Zigarette als Brandursache fest. Mittlerweile haben die britischen Berufsfeuerwehren eine Warnung herausgegeben, bei E-Zigaretten besondere Vorsicht walten zu lassen. Nicht ohne Grund: Nach Schätzungen müssen britische Feuerwehrleute ein Mal in der Woche einen Brand löschen, der durch eine E-Zigarette verursacht wurde.

Auch in den USA steigt die Zahl der E-Zigaretten-Unfälle. Nach dem Bericht der US-Katastrophenschutzbehörde FEMA explodieren rund 80 Prozent der Geräte beim Aufladen der Akkus. Menschen kommen dabei nicht direkt zu Schaden, die Brandgefahr ist jedoch enorm.

Die häufigste Unfallursache ist laut US-Behörden die Verwendung eines falschen Ladegeräts, etwa wenn Nutzer die Akkus an ein Ladegerät mit deutlich höherer Spannung angeschlossen hatten. Auch unzureichend gesicherte Billiggeräte gelten als Risikofaktor.

Davon unbenommen ist die E-Zigarette weltweit auf dem Vormarsch, auch in Deutschland. Mittlerweile greifen hierzulande rund 1,1 Million Dampfer zur elektronischen Zigarette. Der Branchenverband meldet ein rasantes Umsatz-Wachstum von fünf Millionen Euro im Jahr 2010 auf 400 Millionen Euro im Jahr 2016.

Die Hersteller werben damit, dass beim Dampfen weniger Schadstoffe entstehen als beim klassischen Rauchen. Wissenschaftler hingegen sehen die E-Zigarette weitaus skeptischer und verweisen auf fehlende Langzeitstudien. Sicher ist nur: Gesund ist auch die E-Zigarette nicht.

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