Täter „Angeln“ nach Beute

von Redaktion

Ingolstadt – Ein Hauch von Hollywood-Dramatik umweht einen Einbruch in ein Ingolstädter Juweliergeschäft in der Nacht zum Sonntag. Unbekannte Täter hatten bei der nächtlichen Aktion aus einer Vitrine des Geschäfts am Rathausplatz sechs teure Uhren gestohlen. Der Gesamtwert summiert sich laut Polizei auf einen hohen fünfstelligen Eurobetrag.

Bemerkenswert ist dabei die Vorgehensweise der Einbrecher: Sie drangen in die Räume des Ingolstädter Umweltamtes ein, das über dem Juweliergeschäft liegt. In einem Büro öffneten sie den verlegten Boden und bohrten ein Loch durch die Decke des Schmuckladens. Durch dieses „angelten“ sie laut einem Polizeisprecher ihre Beute heraus, ohne den Laden selbst zu betreten.

So vermieden sie es offenbar auch, die Alarmanlage auszulösen. Der Juwelier sei eigentlich „technisch sehr gut abgesichert“, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord in Ingolstadt. Doch weil die Täter ihr Zielobjekt offenbar gründlich ausgekundschaftet hätten und es vermieden hätten, die Sensoren der Alarmanlage auszulösen, sei der Diebstahl unbemerkt gelungen.

Erst am Montagmorgen kam der Coup auf: Ein Mitarbeiter des Umweltamtes sah sich, als er zur Arbeit erschien, mit dem Loch in seinem Bürofußboden konfrontiert. Der angerichtete Sachschaden beträgt rund 8000 Euro: Auf der Rückseite des Gebäudes hatten die Täter ein Fenstergitter im Erdgeschoss entfernt; im Inneren brachen sie eine Tür auf, um in das Büro im Obergeschoss des nicht alarmgesicherten Umweltamtes zu gelangen. Die Polizei sucht nun Zeugen. Josef Ametsbichler

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