Asylhelfer vernetzen sich

von Redaktion

Christliche Mitglieder wollen sich politisch einmischen

Nürnberg – Ein neu gegründeter Verein für evangelische und katholische Flüchtlingshelfer hat eine neue Härte im Umgang mit Kirchenasyl in Bayern beklagt. Zwar habe sich Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) im Sommer bei einem Auftritt in Kempten hinter Pfarrer gestellt, die Flüchtlingen Zuflucht gewährten. „Es war dann auch eine Weile ruhiger, doch jetzt geht es wieder im vollen Umfang los. Es wird wieder verstärkt gegen Pfarrerinnen und Pfarrer ermittelt“, kritisierte Stephan Theo Reichel, designierter Geschäftsführer des Vereins Matteo, am Donnerstag bei der Gründungsversammlung in Nürnberg. Ermittlungsverfahren wegen Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt würden in den meisten Fällen eingestellt, doch hätten betroffene Flüchtlinge besonders darunter zu leiden. Das bayerische Justizministerium wies den Vorwurf einer neuen Härte beim Kirchenasyl als „nicht zutreffend“ zurück.

Der Verein will Flüchtlingshelfer aus den beiden großen Kirchen in Bayern vernetzen. Die Aufgabe von Matteo bestehe aber nicht in der Vermittlung von Kirchenasyl für Geflüchtete, betonte Reichel. Es gehe darum, Flüchtlingen und deren Helfern ein Forum zu bieten. Zugleich werde der Verein erklären, wieso Kirchenasyl in Bayern nötig sei.

Dem ökumenisch ausgerichteten Verein mit Sitz in Nürnberg liegen bereits 50 Anmeldungen von Geistlichen und Ehrenamtlichen vor, zudem sind Klöster und Kirchengemeinden beigetreten. Geflüchtete können der Organisation kostenlos beitreten.lby

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