Im Spätsommer und Herbst herrscht bei uns am See reger Flugverkehr: Zurzeit sehe ich ständig neue Vogelgesichter. Enten zum Beispiel, die weiter im Norden leben und den Winter bei uns verbringen. Dafür haben sich andere Enten, die den Sommer bei uns verbracht haben, in den sonnigen Süden verabschiedet.
Ich habe sie schon vorher gefragt, woher sie eigentlich wissen, wann es Zeit zum Losfliegen ist. „Wir spüren das einfach, wir haben eine Art innere Uhr“, quakte mir ein Zugvogel. „Ich werde dann immer ganz unruhig.“ Diese innere Uhr der Vögel steht aber nicht bei allen Arten gleichzeitig auf „Zeit zum Abfliegen“. Vom Boden aus kann man oft erkennen, welche Vögel da fliegen – selbst dann, wenn sie weit weg sind. Das liegt daran, dass Zugvögel wohlgeordnet durch die Lüfte reisen. Wir Enten machen das ähnlich, wenn wir einen Ausflug machen: Dann fliege ich meist in der Mitte, links neben mir Klara und rechts Agnes. Von unten aus sieht das aus wie eine Linie, die leicht nach hinten geht. Klara ist dabei nämlich eine Flügellänge voraus, dann komme ich und knapp neben bzw. hinter mir Agnes. Gänse und Kraniche bilden dagegen eine Keilformation. Das sieht aus wie ein umgedrehtes V. Ganz vorne fliegen die kräftigsten Vögel – und wechseln sich ab. Der Vogel an der Spitze muss nämlich den meisten Gegenwind aushalten. Eure Paula