Jetzt im Herbst schmatzt er besonders laut: Egon, der Stachlige. Meine Entenfreundin Klara fand es „unmöglich“, als der Igel letztens erst zwei junge Häuserschnecken knusperte und danach noch den Futternapf des Katers leer fraß. Wir waren gerade zu Besuch auf dem Bauernhof in der Nähe des Sees. Dass wir Egon dort zu Gesicht bekommen haben, liegt an seinem übergroßen Appetit: Im Herbst wagt er sich manchmal auch tagsüber heraus. „Der frisst wie ein Scheunendrescher“, quakte Klara. Aber das muss Egon auch: Er frisst sich nämlich eine Fettschicht an, von der er im Winter zehren kann. Da Egon nicht gut sieht, schnuppert er sich dabei durch den Garten. In dem Moment entdeckte er einen Apfel auf dem Boden. „Ein Leckerbissen“, sagte Egon. „Ich denke, Egon wäre auch sehr schmackhaft für mich“, krächzte da plötzlich Waldkauz Ulrich. „Versuche es nur!“, fauchte Egon zurück. Er stellte seine Stacheln auf und rollte sich zu einer Kugel ein. „War doch nur Spaß!“, kauzte Ulrich und winkte mit dem Flügel ab. Egon beruhigte sich. Dann verriet er uns, dass er jede seiner Stacheln – Igel haben 8000 bis 16 000 Stück – einzeln bewegen könne. Er müsse darum vor Raubvögeln, Wildschweinen, Füchsen und Mardern nicht wegrennen. „Ich rolle mich einfach zusammen.“ Nur: Vor seinen größten Feinden, den Autos, schützt ihn das leider nicht. Eure Paula