von Redaktion

Lämmer können stur wie Esel sein. „Ach, sie werden langsam erwachsen“, blökte eines der Schafe, mit dem ich neulich auf einer Wiese in der Nähe des Sees schnatterte. Dort hatte eine Herde haltgemacht. Darunter waren auch Halbstarke, die körperlich schon so gut wie erwachsen waren, „aber mehr Flausen im Kopf haben als die kleinsten Lämmer“, wie mir das Schaf verriet. „Die Halbstarken blöken herum, machen Bocksprünge und schubsen ihre Mütter.“ Das Schaf war genervt. „Ich kenne das, bei uns wird es auch ungemütlich, wenn der Nachwuchs den dritten Stachelwechsel abgeschlossen hat“, fauchte da Egon der Stachlige. Ich hatte den Igel zuvor gar nicht bemerkt. „Dann wird es eng im Igelbau“, sprach er weiter. „Wegen der Stacheln können wir Igel uns aber nur schlecht zusammenkuscheln. Gut, dass sich die Kleinen dann ein eigenes Zuhause suchen.“ Er erzählte, dass Igelkinder schon bei ihrer Geburt 100 weiche, weiße, kurze Stacheln haben. Schon nach fünf Tagen beginnen die ersten Stacheln auszufallen. Dann wachsen neue, dunklere Stacheln, die kürzer sind als die der Großen. Mit drei bis vier Wochen fallen auch diese zweiten Stacheln aus. Erst dann wachsen den Igeln bleibende Stacheln. Die sind aber zu lang, als dass sich Igel noch gut aneinanderkuscheln könnten. „Das geht nur mit den Kinderstacheln gut“, sagte Egon. „Macht aber nichts, wir Igel sind Einzelgänger.“ Eure Paula

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