Suchaktion im Bayerischen Wald

von Redaktion

München – Noch immer sind vier der sechs entlaufenen Wölfe im Bayerischen Wald unterwegs. Mehr als 30 Mitarbeiter des Nationalparks sind im Einsatz, um die Tiere mit Narkosegewehren einzufangen. „Wir haben die Versuche, die Tiere lebend einzufangen, noch mal intensiviert“, berichtet Nationalpark-Sprecher Gregor Wolf. Es wurden Fallen aufgestellt, mit denen Luchse, Wildschweine oder Rothirsche lebend gefangen werden. Bislang gebe es keine neuen Sichtungen der Tiere, berichtet Wolf. „Die Suche wird nicht einfacher.“

Die sechs Tiere waren in der Nacht zum Freitag aus ihrem Gehege bei Lindberg (Landkreis Regen) entkommen, weil ein Tor offen stand. Am Montag wurde klar: Unbekannte hatten zuvor das Gehege geöffnet. Das Vorhängeschloss sei entfernt worden, teilte die Polizei mit. Es sei nicht beschädigt worden und habe in der Nähe gelegen. Die Polizei ermittelt nun wegen eines möglichen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz.

Ein Wolf wurde noch am Freitag von einem Zug erfasst und getötet, ein anderer wurde am Sonntag abgeschossen. Das sorgt für heftige Diskussionen. Während der Verein „Pro Nationalpark“ Verständnis geäußert hatte, distanziert sich der ehrenamtliche Waldführer Jan Turner von dem Verein. „Ich bin zutiefst traurig, empört und geschockt“, schreibt er. „Hier werden Tiere kalt getötet, die ein wenig von der Freiheit und Natur schnuppern.“ Turner kündigte als Konsequenz an, dem Park nicht mehr als Waldführer zur Verfügung zu stehen.  mm

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