Heimatkolumne

Die Supperl-Zeit beginnt

von Redaktion

Mampfi (von mampfen) nennen wir das Essen, um es kleinen Kindern schmackhaft zu machen. Wir verlauten unter uns eher „an Guadn“, den Appetit schenken wir uns, den haben wir ja eh. Wachsen uns bei gehäufter bayrischer Kost nicht Schweinsbraten, Dampfnudeln, Reiberdatschi und Leberkäs aus den Ohren heraus? Keineswegs! Eher schwören wir noch auf ein schmackhaftes Supperl, das den Magen vorwärmt und gerade in der kälter werdenden Jahreszeit gern auf den Tisch kommt.

Wie lernen die kleinen Bayern das Essen? Einen Löffel für die Oma, einen Löffel für den Opa, einen Löffel für die Tante Resi, einen Löffel für den Onkel Toni… und im Handumdrehn ist der Teller leer und ein Suppenkasper weniger auf der Welt.

Wenn den Kindern die Suppe schmeckt, dann hört man das. „Deats net so schlürfn“, tadelt die Mutter. Sagt das Marerl: „Aber da Vatta schlürft aa!“

„Ohne Suppn bin i net gessn“, sagte einmal im benachbarten Innviertel ein Wirt zu uns. Das „bin i“ war uns neu, die Suppe nicht. Prächtige Grießnockerl schwammen darin. Es muss gar nicht unbedingt die Königin der bayerischen Suppen sein, die Leberknödelsuppe, oder die feine Milzschnittensuppe; auch ein gutes Pfannkuchensupperl, eine Nudelsuppe oder einfach eine Fleischbrühe, in die man Brot oder Semmeln hineinschneidet und mit Muskat würzt, kann einem Herz und Magen erwärmen. Auch eine sämige Kartoffelsuppe, die das ganze Haus durchduftet, eine Gemüsesuppe, eine Brotsuppe oder eine Brennsuppe.

Der gute Ruf der Suppe hat auch bei uns etwas gelitten, seitdem die Frauen Taillen haben wollen wie Eieruhren. Später, im „Mittelalter“, wenn die Eitelkeit kleiner wird, kommt sie wieder zu Ehren. Manches Alten einzige Freude ist sein warmes Supperl am Ofenbankl hint. Alle aber, ob jung oder alt, haben in Bayern auf die Frage, an was sie glauben, sofort die Antwort parat: dass drei Pfund Rindfleisch a guate Suppn gebn.

Maßgeschneidert

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