Meine Entenfreundin Klara traute sich gestern nicht, mit mir und Agnes ins Dorf am See zu fliegen. Dabei gibt es dort gerade jetzt im Herbst besonders viel zu sehen – etwa die vielen Kürbisse, die seit Kurzem auf einem großen Haufen am Rande des Dorfparkplatzes liegen. Als ich davon schnatterte, riss Klara erschrocken die Flügel hoch. „Aber gerade vor denen fürchte ich mich doch!“, quakte sie. „Was kann an einem Kürbis so furchterregend sein?“, quakte ich. „Früher hätte ich das auch geschnattert“, antwortete Klara. „Aber seit einigen Jahren verwandeln sich viele Kürbisse über Nacht in schreckliche Fratzen.“ Ich schüttelte mich vor Lachen. „Aber Klara, das ist doch keine Zauberei“, quakte ich. Ich erklärte ihr, dass viele Zweibeiner Kürbisse aushöhlen, ein gruseliges Gesicht hineinschnitzen und abends eine Kerze reinstellen. Diese flackernden Fratzen sieht man oft als herbstliche Dekoration, besonders in der Zeit um Halloween. Das ist die Nacht vor Allerheiligen. Der Brauch mit den Kürbisgesichtern ist schon um die halbe Welt gereist: Ursprünglich kommt er aus Irland, wo man erst eine Rübe ausgehöhlt hat. Irische Auswanderer haben den Brauch nach Amerika gebracht, wo es im Herbst viele Kürbisse gab – und die eignen sich zum Aushöhlen viel besser. Die Fratzen sollten einst böse Geister abschrecken. Heute finden die Zweibeiner die Kürbislaternen einfach nur schön schaurig. Eure Paula