von Redaktion

Polizistenmord

Eine Polizeistreife will am 28. Oktober 2011 nachts auf einem Waldparkplatz bei Augsburg einen Motorradfahrer und seinen Sozius kontrollieren. Die beiden flüchten, bei der Verfolgungsjagd stürzen sie. Als die Beamten aussteigen, eröffnen die beiden Männer das Feuer. Mathias Vieth stirbt im Kugelhagel, seine Kollegin Diana K. wird verletzt. Die Fahndung verläuft ergebnislos. Am 29. Oktober wird die Tatwaffe gefunden, am 9. November berichtet „Aktenzeichen XY… ungelöst“ über den Fall. Schon Ende Dezember kommt es zur Festnahme zweier Tatverdächtiger, sie sind Brüder. Einem von ihnen konnten am Tatort gefundene DNA-Spuren zugeordnet werden. Rudolf Rebarcyk hatte 1975 bereits den Polizisten Bernd-Dieter Kraus erschossen und war dafür 19 Jahre im Gefängnis. Das Landgericht Augsburg verurteilt ihn am 27. Februar 2014 zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Sein Bruder Raimund Mayr erhält am 5. März 2015 ebenfalls lebenslänglich.

Ursula Herrmann

Als der oder die Entführer von ihrer Familie zwei Millionen Mark Lösegeld fordern, ist die zehnjährige Schülerin Ursula Herrmann aus Eching am Ammersee schon tot. Erstickt in einer im Wald vergrabenen Holzkiste. Am 15. September 1981 war sie verschwunden, am 4. Oktober 1981 wird ihre Leiche gefunden. Der oder die Täter hatten mittels Telefonanrufen, bei denen via Tonband die Erkennungsmelodie von Bayern 3 abgespielt wurde, Kontakt zu den Eltern aufgenommen. Der Fall ist mehrmals Thema in der Sendung. Beim letzten Mal tritt Eduard Zimmermann fünf Jahre nach seinem Abschied nochmals vor die Kamera. In Interviews hatte er stets erklärt, dies sei sein schlimmster Fall. Das Tonbandgerät führt die Ermittler zu Werner M. aus Schleswig-Holstein, der in den 80er-Jahren in Utting am Ammersee gelebt hatte. Er wird am 25. März 2010 zu lebenslanger Haft verurteilt.

Richard Oetker

Der Menschenraub beginnt am 14. Dezember 1976 auf einem Parkplatz der Uni Weihenstephan in Freising. Knapp 47 Stunden musste der damals 25 Jahre alte Student Richard Oetker in einer sargähnlichen Holzkiste verbringen, ehe er lebensgefährlich verletzt freigelassen wurde. Die Unternehmerfamilie hatte zuvor 21 Millionen Mark Lösegeld bezahlt. Nach mehr als zwei Jahren kann eine Sonderkommission einen Täter präsentieren, der die Tat hartnäckig leugnet – Dieter Zlof, heute 74. In einem Indizienprozess wird er zu 15 Jahren Haft verurteilt. Dass die Tausender aus dem Lösegeld bald ungültig sind, wird Zlof mehr als 20 Jahre später zum Verhängnis. Beim Versuch, die Scheine umzutauschen, wird er in London verhaftet und wegen versuchter Geldwäsche und Betrugs zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Murat Yildiz

Eine Verabredung über das Internet wurde für den 15-jährigen Murat Yildiz zur Todesfalle. Arglos vereinbarte der Schüler, der ein homosexuelles Doppelleben führte, mit zwei Männern ein Treffen, bei dem es zum Sex kommen sollte. Auch die Männer kannten sich nur über das Internet. Niemand außer ihnen wusste, dass sie sich seit Monaten in Mails darüber ausgetauscht hatten, wie sie einen möglichst jungen Mann umbringen könnten. Am 16. Juli 2004 wurde Murats grausam zugerichtete Leiche in einem Waldstück bei Donauwörth gefunden. Sechs Wochen später konnte die Polizei die beiden Männer verhaften. Ein Phantombild hatte auf die Spur von Mathias B. geführt. Der arbeitslose Mann aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erhielt lebenslänglich mit anschließende Sicherungsverwahrung. Seinem Komplizen, dem Schweizer Soldaten Rolf H., wurde in seinem Heimatland der Prozess gemacht. Rudolf Ogiermann

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