Neulich hockte Klara nachdenklich in der Herbstsonne. „Könnt ihr mir quaken, was der Herbst mit alten Damen zu tun hat?“, schnatterte meine Entenfreundin. Klara hatte Zweibeinern gelauscht, die die wärmenden Sonnenstrahlen auf einer Bank am See sitzend genossen haben – und hat dabei ein komisches Wort aufgeschnappt: Altweibersommer. „So nennen die Zweibeiner die Zeit im Herbst, zu der es noch einmal angenehm warm ist und die Sonne scheint“, quakte ich. „Meist ist das im September der Fall.“ Klara war noch nicht zufrieden. „Aber was hat das mit alten Frauen zu tun?“, quakte sie. „Liegt’s vielleicht daran, dass sie die Hitze nicht mehr so gut vertragen und daher lieber jetzt im Herbst in der Sonne sitzen statt im Hochsommer?“ Tatsächlich gibt es mehrere Erklärungen. Welche stimmt, weiß keiner mehr so genau. So könnte der Name auch von Jungspinnen kommen, die sich an schönen Herbsttagen an langen Fäden vom Wind davontragen lassen. Das erinnert ein wenig an silbergraue Haare alter Frauen. Im Althochdeutschen gibt es aber auch ein Wort für das Knüpfen von Spinnweben: Das nannte man früher auch „weiben“. Und Spinnweben sieht man im Herbst besonders gut, wenn Tautropfen daran hängen bleiben und später in der Sonne glitzern. „Wie auch immer“, quakte Klara. „Ich genieße jeden Sonnenstrahl. Der Winter kommt früh genug.“ Eure Paula