Tegernsee – Mit seinem Regiedebüt hat der Südtiroler Extrembergsteiger Reinhold Messner die Jury des 15. Tegernseer Bergfilmfestivals überzeugt. Die im vergangenen Jahr erschienene Dokumentation „Still Alive – Drama am Mount Kenya“ gewann beim Festival den Hauptpreis, den Großen Preis der Stadt Tegernsee. Es sei der „Film, der alle anderen Filme überragt“, sagte Festivalleiter Michael Pause. Messner erzählt darin von einer Rettungsaktion am Mount Kenya, mit 5199 Metern der zweithöchste Berg Afrikas. Messner sei eine schnörkellose Dramaturgie gelungen, die auf Pathos und Heldentum am Berg verzichte. Der Innsbrucker Gert Judmaier ist der Protagonist des Films. Er war 1970 am Mount Kenya verunglückt – nur weil sein Bergkamerad Hilfe holte und Judmaiers Vater von Kenia aus eine Flugrettung organisierte, blieb Judmaier am Leben. Er lag, wie er am Rande des Festivals erzählte, dann mit Reinhold Messner im selben Krankenzimmer in der Innsbrucker Klinik. Messner hatte 1970 am Nanga Parbat seinen Bruder verloren, er selber musste in der Klinik mit Erfrierungen behandelt werden.
Neben „Still Alive“ wurden noch weitere Filme prämiert. Unter anderem auch der Kurzfilm „Last Exit“, in dem der Rosenheimer Basejumper Maximilian Werndl erklärt, warum er mit dieser Risikosportart aufgehört hat. Preise erhielten auch Produktionen aus der Slowakei, USA, Neuseeland, Südkorea, Frankreich und Österreich. Insgesamt waren 180 Filme eingereicht worden, 85 davon waren im Programm. rs