Gern schaue ich zu, wenn ein Menschenpaar Hand in Hand am See spazieren geht. Es sieht so harmonisch aus, wenn beide zeitgleich das rechte, dann das linke Bein nach vorn setzen – als hätten sie lange geübt. „So etwas muss man nicht üben!“, blubberte ein Schwarm Weißfische. „Wir stoßen trotzdem nie zusammen.“ Kaum hatten sie das geblubbert, schwammen die Fische davon. Es sah fast so aus, als wäre da nur ein einziger Riesenfisch unterwegs – so perfekt aufeinander abgestimmt waren die Bewegungen. Wir Enten schauten ihnen hinterher, die Köpfe unter Wasser. Als wir auftauchten, schien es dunkler geworden zu sein. Beim Blick nach oben sahen wir einen Vogelschwarm. Es waren Stare, die eine Runde über den See flogen. Sie waren kaum auf der Wiese gelandet, da trieb sie ein Hund auseinander. Sofort flogen sie auf, drehten eine Schleife in der Luft und landeten auf Bäumen am Ufer. „Habt ihr einen Chef, der aufpasst, dass ihr nicht zusammenstoßt?“, fragte ich. „Brauchen wir nicht. Wir achten darauf, wohin unsere Nachbarn fliegen“, zwitscherte einer. „Drehen die nach rechts ab, mach ich das ebenso, blitzschnell. Wenn man aufmerksam ist, gibt es keine Zusammenstöße.“ Damit Greifvögel keine Chance haben, sei es wichtig, sich zur Schwarmmitte hin zu orientieren. „Dann sehen sie vor lauter Vögeln den Einzelnen nicht mehr und gehen leer aus.“ Eure Paula