BLLV will Lehramtsstudium reformieren

Einsam statt gemeinsam

von Redaktion

Zwei Jahre lang hat der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband an einer Patentlösung für das bayerische Lehramtsstudium gefeilt. Schade nur, dass der Verband den Aufwand wohl umsonst betrieben hat. Weil er versäumt hat, die anderen Akteure auf dem Bildungssektor rechtzeitig zu Verbündeten zu machen, wird es gar nicht so weit kommen, dass der Inhalt ernsthaft diskutiert wird.

Dabei enthält das Positionspapier den einen oder anderen Vorschlag, über den es sich zu reden lohnte: Ein international vergleichbarer Abschluss für Lehramtsstudenten etwa ist ein vernünftiges Anliegen. Und der Abschluss bräuchte wirklich nicht von der Einschreibung weg (fast) in Stein gemeißelt zu sein. Denn erst in der Praxis zeigt sich oft, ob die gewählte Schulform – oder das Lehramt als Ganzes – überhaupt der richtige Weg ist.

Doch die eingeschnappten Reaktionen der Realschul- und Gymnasiallehrer sowie des Kultusministeriums zeigen: Sie hat der BLLV nicht mitreden lassen, bevor er sie öffentlichkeitswirksam vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Das mag vielleicht dem Selbstverständnis als größter und mächtigster bayerischer Lehrervereinigung entsprechen, signalisiert aber wenig Kompromissbereitschaft. Ein Alleingang eines Verbands bei einer Reform, die das gesamte Schulsystem beträfe: Pädagogisch ist diese Vorgehensweise wenig sinnvoll.

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