In alten Zeiten war bares Geld rar, man scheute alles, was etwas kostete. Viel lieber nutzte man alle pflanzlichen und tierischen Grundstoffe bis zum letzten Krümelchen. Dass aus der Haut des Schweins Bucheinbände und aus den Hörnern der Kuh Musikinstrumente entstanden, gehört ja schon zur höheren Kulturgeschichte, dass aber auch die Flügel von abgemurksten Gänsen, Enten und Hühnern noch gute Dienste taten, ist wenig bekannt. Längst gab es bereits industriell gefertigte Handbesen und Staubwedel, da nutzte man auf dem Land noch die getrockneten Extremitäten des Federviehs zur Reinigung von Tischen, Bänken und Öfen. Den Rest erledigte der Volksmund – er machte aus dem ursprünglichen „Federwisch“ schlichtweg einen – „Flederwisch“.
Norbert Göttler
Bezirksheimatpfleger Oberbayern