von Redaktion

„Ein fester Tagesablauf ist mir wichtig“, zwitscherte mir gestern Abend eine Amsel. Ich war spät dran, da ich mich unterwegs mit ein paar Enten verschnattert hatte. So hätte ich beinahe das abendliche Bad mit meinen Entenfreundinnen Agnes und Klara verpasst. „So was würde mir nie passieren“, zwitscherte die Amsel. „Ich habe einen Tagesplan, an den ich mich stets halte.“ Sie verriet uns auch, wie der Plan aussieht: „Jeden Abend pflege ich mein Gefieder“, zwitscherte sie. „Wenn es bewölkt ist, nehme ich gern auch ein Bad.“ Danach fliegt sie zu ihrem Schlafbaum – einem Nadelbaum –, der etwa einen Kilometer entfernt ist. Für ihren Schlummer sucht sich die Amsel einen Ast in mindestens zwei Metern Höhe. „Da bin ich sicher“, zwitscherte sie. Etwa auch vor Waldkauz Ulrich, der sie gern fressen würde. Einen festen Schlafbaum haben auch die Störche. Wenn sie im Winter nach Afrika fliegen, verbringen sie ihre Nächte dort auf demselben Baum wie schon im Jahr davor. Wie die Störche diesen wiederfinden, wollten sie nicht so recht klappern, als ich sie vor einiger Zeit gefragt habe. „Wir wissen einfach, wo es langgeht“, klapperte einer. „Wir nutzen dafür das Magnetfeld der Erde, so viel kann ich klappern.“ Mehr wollte er nicht verraten. „Das sollen die Zweibeiner selbst herausfinden. Wäre doch langweilig, wenn ich alles ausplaudere.“ Eure Paula

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