Senioren reingelegt: Falscher Polizist muss in Haft

von Redaktion

Grünwald – Mit einer üblen Masche hat Murat S. gutgläubige, ältere Menschen um Hab und Gut gebracht: Der 24-Jährige gab sich am Telefon als Polizist aus und brachte seine Opfer dazu, Geld und Wertgegenstände vor die Tür zu stellen. Gestern hat das Landgericht München I entschieden: Es hat den Deutsch-Türken wegen vier Fällen des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs sowie wegen Amtsanmaßung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Erst einmal wies es den drogensüchtigen Mann aber in die Entzugsklinik ein. Er hatte sich selbst gestellt und im Prozess alles zugegeben.

Zwischen Dezember 2014 und Januar 2015 hatte die Reinigungskraft Murat S. 33 Mal vor allem bei älteren Damen in Grünwald (Landkreis München) angerufen oder anrufen lassen. Dabei agierte er mit Hilfe eines kriminellen Netzwerkes aus der Türkei heraus, auf das Behörden von hier aus keinen Zugriff haben.

Vier Frauen fielen auf die Masche des Betrügers herein. Er erzählte ihnen, dass sie im Visier von Einbrechern seien und ihre Wertgegenstände vorsichtshalber der Polizei überlassen sollten. Der größte Schaden entstand bei einer 91-jährigen Frau aus Grünwald, die alles Wertvolle in einem Stoffbeutel zusammenpackte.

Der Vorsitzende Richter Gilbert Wolf griff die Wertung der Staatsanwältin auf: „Niederträchtig“ sei die Masche des Angeklagten gewesen – „alte Leute unter Druck zu setzen und sie fertigzumachen“. Die Taten seien „sehr, sehr unschön“. Unklar ist bis heute, ob die Dunkelziffer der Betrugsopfer nicht höher liegt. Denn viele ältere Leute würden sich aus Scham nicht bei der Polizei melden, berichtete ein Fahnder. nina gut

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