Die Diskussion um die Zukunft der Landwirtschaft wird laut und kontrovers geführt. Dass bei den Sondierungsgesprächen in Berlin mit größter Härte um die Agrarpolitik gerungen wird, zeigt, welche Bedeutung die Zukunftsfragen in diesem Wirtschaftszweig mittlerweile gewonnen haben.
Der Streit um die richtigen Weichen für die Zukunft reicht von Berlin bis in den bäuerlichen Nachwuchs in Bayern. Denn selbst die Jugend auf dem Land ist sich nicht immer einig darüber, wie in den Fragen der Überproduktion, des Naturschutzes oder im Dialog mit dem Verbraucher der richtige Kompromiss gefunden werden kann. Sollen bayerische Bauern nach Afrika exportieren? Müssen Betriebe immer weiter wachsen? Und wo beginnt eigentlich Massentierhaltung? Diese Fragen beschäftigen nicht nur die Jamaika-Sondierer.
Es ist eine unbequeme Diskussion, bei der vor allem konventionell wirtschaftende Landwirte eine Stigmatisierung des eigenen Berufsstandes beklagen. Aber es hilft alles nichts: Die Auseinandersetzung muss geführt werden. Zusammenfinden werden Verbraucher und Landwirte nur, wenn die Landwirtschaftsbranche, also nicht nur die Bauern, sondern auch die Agrokonzerne, neben der Produktion mehr Bereitschaft für ihre Funktion als Naturbewahrer zeigt. Und wenn der Verbraucher im Gegenzug für seine hohen Ansprüche auch den Geldbeutel zückt.