von Redaktion

München – Zu wenig Kontrolleure, zu viele Aufgaben – der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU) hat im Untersuchungsausschuss zum Salmonellenskandal bei der Firma Bayern-Ei auf eine Überlastung der Amtstierärzte und Veterinäre hingewiesen. De facto gebe es nur drei Amtstierärzte und Veterinäre, zudem eine Auszubildende. „Die Personalsituation ist nicht ausreichend für die Aufgaben, die wir haben“, sagte Bernreiter auf Nachfrage des Abgeordneten Bernhard Pohl (Freie Wähler). Von der Neuorganisation der Lebensmittelkontrolle und dem Aufbau einer neuen Behörde für sogenannte komplexe Betriebe, die Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) angekündigt hat, erwartet Bernreiter nicht viel. „Ich bezweifele, dass wir durch neue Strukturen sehr stark entlastet werden.“

In Bernreiters Landkreis betrieb Bayern-Ei eine große Anlage. Die Stallungen in Tabertshausen bei Aholming sind aber in der Salmonellenaffäre eher ein Randaspekt, da speziell aus diesem Betrieb im Jahr 2015 wohl keine bakteriell verseuchten Eier ausgeliefert wurden. In Kontakt mit Firmenbesitzer Stefan Pohlmann war Bernreiter nach eigener Aussage nur 2006 und 2007 – lange vor der Salmonellenaffäre. Damals verursachte der Hühnermist von Bayern-Ei eine Fliegenplage in Aholming.

Seit zwei Jahren steht der Betrieb still. Pohlmann plant, die Gebäude zu verkaufen oder zu verpachten. Die Brüterei Süd, zu der Wiesenhof gehört, plant eine Hähnchen-Mast mit bis zu 250 000 Tieren. In den nächsten Wochen werden im Untersuchungsausschuss auch Bernreiters Kollegen Heinrich Trapp (Dingolfing-Landau) und Josef Laumer (Straubing-Bogen) gehört – in beiden Landkreisen gibt es ebenfalls große Anlagen von Bayern-Ei.  dw

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