Rote Karten gegen „Strabs“

von Redaktion

Schongauer wehren sich gegen Straßenausbau-Beitragssatzung

Schongau – Während die Gallier um Asterix und Obelix in einem kleinen Dorf wohnen, das sich den Römern widersetzt, leben die Schongauer in einer kleinen Stadt, die sich gegen die Straßenausbau-Beitragssatzung (Strabs) wehrt. Nach einer großen Protestaktion und der mittlerweile dritten Montags-Demo mit erneut rund 150 Teilnehmern kamen nun zu einer außerordentlichen Bürgerversammlung rund 500 Menschen, um sich über die drohende Strabs-Einführung zu informieren. Denn das Landratsamt hatte den städtischen Haushalt 2017 nur unter der Bedingung genehmigt, dass Schongau die Strabs bis Ende Januar einführt, ansonsten werde es keine Haushaltsgenehmigung mit Kreditaufnahme mehr geben. Und auf Kredite ist die Stadt, die gerade eine neue Grundschule für mehr als 20 Millionen Euro baut, zwingend angewiesen.

Statt dem befürchteten Tribunal für Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman (SPD) und Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) verlief die Veranstaltung aber überraschend harmonisch – was daran lag, dass das Landratsamt nicht mehr auf die StrabsEinführung besteht, solange die Stadt keine Straßen derart ausbaut, dass Anlieger zur Kasse gebeten werden. Damit scheint in Schongau bis 2020 erst einmal Ruhe zu sein. Doch die Proteste sollen weitergehen, jetzt auf höhere Ebene: Die örtlichen Landtagsabgeordneten sollen „Rote Karten gegen die Strabs“ zugeschickt bekommen.  bo

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