Polizei setzt Belohnung aus

Die nächste Tat des Serien-Bankräubers

von Redaktion

von DOminik Göttler

München – Die Täterbeschreibung hatte schon darauf schließen lassen: Offenbar geht der Banküberfall vom vergangenen Freitag in Rudelzhausen (Kreis Freising) auch auf das Konto jenes Serientäters, der bereits seit Mai 2016 im Norden Münchens sein Unwesen treibt. Für insgesamt sieben Banküberfälle in diesem Zeitraum soll der gesuchte Mann verantwortlich sein, wie die Polizei gestern mitteilte.

Die Ermittler gehen aufgrund der Zeugenaussagen davon aus, dass es sich bei Überfällen in München-Allach, Wiedenzhausen (Kreis Dachau), Hattenhofen (Kreis Fürstenfeldbruck) Fahrenzhausen, Kirchdorf a. d. Amper, Kranzberg und Rudelzhausen (jeweils Kreis Freising) um denselben Täter handelt – denn sein Vorgehen war jedes Mal ähnlich. Immer bedrohte der maskierte Täter die Angestellten und etwaige Kunden mit einer schwarzen Pistole. Zeugen beschrieben ihn als etwa 1,78 bis 1,85 Meter groß, zwischen 30 und 45 Jahre alt, mit schlanker Figur, Glatze beziehungsweise Teilglatze mit kurzrasierten Haaren seitlich und am Nacken. Auch die Sprache des Täters – akzentfreies Hochdeutsch – war jedes Mal ähnlich. Zudem wurde in mehreren Fällen ein dunkler Kombi als Fluchtfahrzeug gesichtet.

Dieses Fluchtfahrzeug wurde beim jüngsten Fall im Rudelzhausener Ortsteil Tegernbach zwar nicht beobachtet – dafür zeigen die Aufnahmen aus der Videoüberwachung, dass der mutmaßliche Täter bereits eine halbe Stunde vor dem Überfall die Bank betreten hatte. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich jedoch noch mehrere Kunden in der Filiale, woraufhin der Mann seine Tat wohl kurzerhand auf später verlegte. „Da gehört schon eine entsprechende Kaltschnäuzigkeit dazu“, sagt ein Polizeisprecher, „um nicht zu sagen Routine.“

Seit dem letzten öffentlichen Fahndungsaufruf vom vergangenen Juli haben die Polizei und die betroffenen Banken ihre ausgesetzte Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, von 5000 auf 12 000 Euro erhöht. Bislang kamen laut Polizeisprecher wenig Hinweise aus der Bevölkerung. Mit dem erneuten Aufruf hoffen die Ermittler auf mögliche Zeugenbeobachtungen vom jüngsten Fall im Landkreis Freising. Vermutlich habe sich der Täter in der Nähe der Bank aufgehalten, nachdem er die Filiale nach seinem ersten Besuch noch einmal verlassen hatte. „Möglicherweise konnte hier jemand eine verdächtige Person oder ein mögliches Fluchtfahrzeug in Tegernbach beobachten“, so der Polizeisprecher.

Zeugen werden gebeten, sich an die Kriminalpolizei Erding unter der Telefonnummer 0 81 22/96 80 zu wenden.

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